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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

34.

Allein saget einmal (denn es ist angemessen, sie zu fragen): Wer sind denn die, welche, wie ihr vorgebet, dadurch geärgert und verwirrt werden? Gewiß keiner von denjenigen, welche fromm von Christo denken; denn diese vertheidigen und bestätigen jene Worte. Sind es aber Arianer, welche darüber aufgebracht sind, was Wunder dann, wenn sie über diejenigen zürnen, welche ihre Ketzerei stürzen? Denn die Worte ärgern sie nicht, sondern schmerzen sie, weil sie gleichsam zur Brandmarkung ihrer Ketzerei in eine Säule eingegraben sind. Höret also auf, über unsere Väter zu murren und solche Vorwände zu gebrauchen; denn sonst ist es Zeit, daß ihr auch das Kreuz des Herrn tadelt, weil es für die Juden ein Aergerniß, und für die Heiden eine Thorheit ist, wie der Apostel sprach. Allein wie das Kreuz nicht unnütz ist; denn uns Gläubigen ist Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit1, obgleich die Juden toben; eben so sind auch die Worte der Väter nicht untauglich, sondern heilsam für diejenigen, welche dieselben mit aufrichtigem Herzen lesen, und sie verdrängen alle Gottlosigkeit, wenn auch die Arianer oftmals darüber zerbersten sollten, weil sie von jenen verdammt worden sind. Da nun bewiesen ist, daß jener Vorwand des Aergernisses, welches durch jene Worte verursacht werden sollte, keine überzeugende Kraft hat; so saget uns ferner: Warum gefällt euch denn der Ausdruck „aus der Wesenheit“ nicht? Denn dieses muß zuerst untersucht werden, da ja auch ihr selbst geschrieben habet, der Sohn sey aus dem Vater gezeugt worden. Wenn ihr also, indem ihr den Vater nennet, oder den Namen „Gott“ aussprechet, nicht die Wesenheit bezeichnet, und nicht von dem, welcher ist, das, was er ist, nach seiner Wesenheit denket, sondern etwas um ihn, oder gar etwas Schlechteres, (was ich, behüte Gott, nicht sagen will) dadurch andeutet; so hättet ihr nicht schreiben sollen, daß der Sohn aus dem Vater, sondern daß er aus dem sey, was um denselben oder was in demselben ist, damit ihr, während ihr es vermeiden wollet, Gott wahrhaft Vater zu nennen, und den Einfachen als zusammengesetzt und körperlich denket, die Erfinder einer neuern Ketzerei würdet. Indem ihr aber so denket, müsset ihr nothwendig auch das Wort und den Sohn für keine Wesenheit, sondern für einen bloßen Namen ansehen, und endlich euere Vorstellung nur auf Namen beschränken, und nicht glauben, daß das, was ihr sagt, da sey, sondern denken, daß es nicht vorhanden sey.

1: I. Kor. l, 24.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger