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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

33.

Da sie aber gegen sich selbst und gegen ihre Vorfahren so gesinnt sind, wohlan, so lasset uns einmal fragen, damit wir von ihnen erfahren, welche Ungereimtheit oder welchen Ausdruck sie in jenen Schriften gefunden haben und anschuldigen, daß sie den Vätern ungehorsam geworden sind, und gegen den allgemeinen Kirchenrath streiten? Die Ausdrücke „aus der Wesenheit,“ und „von gleicher Wesenheit,“ sagen sie, gefallen uns nicht; denn dieselben haben Einige geärgert und sehr Viele verwirrt. So nun schreiben und sprechen jene. Allein man könnte ihnen mit Recht Folgendes erwiedern. Wenn also diese Worte an und für sich Schuld sind, daß diese sich ärgerten; so mußten nicht bloß Einige geärgert und Viele verwirrt, sondern auch wir und alle Andern mußten dadurch in die nämliche Gemüthsstimmung, wie jene, versetzt werden. Wenn aber diese Worte von Allen gebilliget werden; wenn diejenigen, welche dieselben niedergeschrieben haben, nicht gemeine Menschen, sondern Männer sind, welche sich aus dem ganzen Erdkreise versammelt haben; wenn die jetzt zu Rimini versammelten Bischöfe, über vierhundert an der Zahl, dieselben durch ihr Zeugniß bestätigen, beweiset dieses nicht geradezu gegen diejenigen, welche so etwas wider die Synode sagen, daß nicht die Worte Schuld sind, sondern die Bosheit derjenigen, welche sie verkehrt erklären? Wle Viele gibt es nicht, welche die göttlichen Schriften aus böser Absicht lesen, auf verkehrte Weise verstehen, und deßwegen die Heiligen beschuldigen? Solche waren einst die Juden, welche den Herrn nicht aufnahmen, und solche sind jetzt die Manichäer, welche über das Gesetz lästern; daran aber sind nicht die Schriften, sondern daran ist ihre eigene Verkehrtheit Schuld. Wenn ihr also beweisen könnet, daß die Worte schlecht sind, so thut es, und fanget an, es zu beweisen, und wendet nicht vor, daß sich Einige an denselben ärgern, damit euch nicht dasselbe begegne, was einst den Pharisäern widerfahren ist. Denn als diese vorgaben, daß sie sich an den Lehren des Herrn ärgerten, sprach der Herr zu ihnen:1 „Jede Pflanze, welche nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird von der Wurzel ausgerottet werden.“ Durch diese Worte aber gab er ihnen zu verstehen, daß nicht die Worte des Vaters, welche von ihm gepflanzt werden, sie ärgerten, sondern daß ihre verkehrte Erklärung des richtig Gesagten ihnen Aergerniß verursachte. Denn diejenigen, welche einst über die Briefe des Apostels Klagen erhoben, klagten nicht den Paulus, sondern ihre eigene Unwissenheit und ihren verkehrten Sinn an.

1: Matth. XV, 13.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger