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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

28.

Dieses Alles verwarfen sie, stellten, als hätten sie etwas Besseres erdacht, eine Glaubenslehre und Glaubensformel auf, und schrieben zu Sirmium Folgendes in lateinischer Sprache nieder, was in das Griechische übertragen wurde.1Da einiger Streit über den Glauben zu bestehen schien, wurde zu Sirmium in Gegenwart des Valens, Ursacius, Germinius und der Uebrigen Alles sorgfältig verhandelt und untersucht. Es ist gewiß, daß Ein allmächtiger Gott und Vater ist, wie auf dem ganzen Erdkreise verkündet wird; und daß sein einziger eingeborner Sohn, Jesus Christus, unser Herr und Heiland, aus ihm vor den Zeiten gezeugt wurde. Zwei Götter aber dürfen nicht gelehrt werden, weil der Herr selbst gesagt hat:2 „Ich werde hingehen zu meinem Vater und zu euerm Vater, zu meinem Gott und zu euerm Gott.“ Daher ist der Gott Aller Einer, wie auch der Apostel gelehrt hat:3 „Oder ist er nur der Gott der Juden, nicht auch der der Heiden? Allerdings ist er auch der der Heiden. Denn es ist ja nur Ein Gott, welcher die Beschnittenen gerecht macht aus dem Glauben, und die Unbeschnittenen durch den Glauben.“ Aber auch alles Uebrige stimmt überein, und enthält keine Zweideutigkeit. Da aber Viele in Betreff der auf lateinisch sogenannten substantia., auf griechisch aber sogenannten ousia, das ist, (damit es genauer verstanden werde,) in Betreff dessen, was omoousian oder was omoiousian genannt wird, sich beunruhigen; so soll hievon durchaus keine Erwähnung gethan und hierüber in der Kirche nichts vorgetragen werden aus folgender Ursache und folgendem Grunde, weil hierüber in den göttlichen Schriften nichts geschrieben steht, und weil dieses über die menschliche Kenntniß und den menschlichen Verstand hinausgeht, und weil Niemand die Geburt des Sohnes erklären kann, wie geschrieben steht:4 „Wer wird seine Geburt erklären?“ Denn es ist einleuchtend, daß nur der Va'ter allein es weiß, wie er den Sohn gezeugt hat, und hinwiederum der Sohn, wie er von dem Vater gezeugt wurde. Es ist für Niemanden zweifelhaft, daß der Vater größer ist. Denn Niemand wird zweifeln, daß der Vater an Ehre, Würde, Majestät und selbst schon durch den Namen „Vater“ größer sey, als der Sohn, welcher selbst bezeugt:5 „Der, welcher mich gesandt hat, ist größer, als ich.“ Und daß dieses katholisch sey, weiß Jedermann, nämlich daß zwei Personen seyen, die des Vaters und die des Sohnes; daß der Vater größer, und der Sohn ihm unterworfen sey mit allem demjenigen, was ihm der Vater unterworfen hat; daß der Vater keinen Anfang habe, unsichtbar sey, unsterblich sey, keiner Leiden fähig sey; daß hingegen der Sohn geboren sey aus dem Vater, Gott aus Gott, Licht aus Licht; daß die Geburt dieses Sohnes Niemand kenne, wie vorher bemerkt worden ist, als sein Vater; daß ferner der Sohn selbst, unser Herr und Gott, Fleisch oder Körper, das heißt, den Menschen, angenommen habe aus dem Schooße der Jungfrau Maria, wie der Engel verkündet hat; er nahm aber, wie alle Schriften lehren, und hauptsächlich der Apostel, der Lehrer der Völker, den Menschen an aus Maria der Jungfrau, vermittelst dessen er gelitten hat. Dieses ist aber die Hauptsache und die Bestätigung des ganzen Glaubens, daß die Dreieinigkeit immer bewahrt werde, wie wir lesen im Evangelium:6 „Gehet hin, und taufet alle Völker im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes.“ Ganz und vollkommen ist die Zahl der Dreieinigkeit. Der Tröster aber, der heilige Geist, ist durch den Sohn gesandt worden und gekommen zu Folge der Verheißung, daß er die Apostel und alle Gläubigen unterweisen und heiligen sollte.


1: Diese siebente Glaubensformel wurde verfaßt im Jahre 357, und findet sich bei Hilarius, Kirchenväter IX, 353 und 354, bei Sokrates lib. 3, cap. 30. und bei Nicephorus lib. 9, cap. 31.
2: Ioh. XX, 17.
3: Röm. III, 29, 30.
4: Isai. LIII, 8.
5: Ioh XIV,28.
6: Matth. XXVIII, 19.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger