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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

23.

Was sie aber auch in einem andern Briefe abermals an denselben Encänien1, da sie hinsichtlich des frühern ihre Meinung änderten, und Neues und Mehreres erdacht hatten, bekannt machten, ist dieses.2

Wir glauben der Ueberlieferung des Evangeliums und der Apostel gemäß an Einen Gott Vater, allmächtigen Schöpfer und Werkmeister aller Dinge und Vorsorger für dieselben, von welchem Alles ist, und an Einen Herrn Jesum Christum, seinen Sohn, den eingebornen Gott, durch welchen alle Dinge sind, welcher vor der Weltschöpfung gezeugt ist aus dem Vater, Gott von Gott, ganz aus dem Ganzen, Einer aus Einem, vollkommen von dem Vollkommenen, König von dem Könige, Herr von dem Herrn, das lebendige Wort, die lebendige Weisheit, das wahre Licht, der Weg, die Wahrheit, die Auferstehung, der Hirt, die Thüre, der Unwandelbare und Unveränderliche, das unveränderliche Ebenbild der Gottheit, der Wesenheit, des Rathschlusses, der Macht und Herrlichkeit, der Erstgeborne der ganzen Schöpfung, welcher im Anfange bei Gott war, Gott das Wort, wie gesagt ist im Evangelium:3 Und Gott war das Wort; durch welches Alles gemacht ist, und in welchem Alles sein Bestehen hat. Der in den letzten Tagen herabgestiegen ist von Oben, und geboren ward aus einer Jungfrau, wie die Schriften erzählen, und Mensch geworden ist, Mittler zwischen Gott und den Menschen, Apostel unsers Glaubens, und Urheber des Lebens, wie er selbst sagt:4 „Ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu thun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat;“ der für uns gelitten hat, und auferstanden ist am dritten Tage, und aufgefahren zu den Himmeln, und sitzet zur Rechten des Vaters, und wieder kommen wird mit Herrlichkeit und Macht, zu richten die Lebendigen und die Todten. Und an den heil. Geist, welcher zum Troste, zur Heiligung und Einweihung den Gläubigen gegeben wird, wie auch unser Herr Jesus Christus die Jünger beauftragt hat, indem er sprach:5 „Gehet hin und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes;“ nämlich des Vaters, welcher wahrhaft Vater, und des Sohnes, welcher wahrhaft Sohn, und des heil. Geistes, welcher wahrhaft heiliger Geist ist; indem diese Namen nicht ohne Absicht und Bedeutung gesetzt sind, sondern genau die eigenthümliche Persönlichkeit, die Reihenfolge und die Herrlichkeit eines jeden der Genannten bezeichnen; so daß sie der Hypostasis (Person) nach zwar drei, der Uebereinstimmung nach aber Eines sind. Indem wir nun diesen Glauben haben, und vom Anbeginne und bis an das Ende vor dem Angesichte Gottes und Christi haben, verfluchen wir jede ketzerische und verkehrt denkende Sekte. Und wenn Jemand gegen den gesunden und rechten Glauben der Schriften lehrt und sagt, es sey oder sey gewesen entweder eine Zeit, oder ein Zeitraum, oder ein Jahrhundert, ehe der Sohn geboren ward; so sey er verflucht. Und wenn Jemand den Sohn ein Geschöpf nennt, wie Eines aus den Geschöpfen, oder etwas Gebornes, wie Eines aus den gebornen Dingen, oder etwas Gemachtes, wie Eines aus den gemachten Dingen; und wenn er nicht Alles, wie es die göttlichen Schriften überliefert haben, und wie es der Reihe nach gesagt ist, annimmt; oder wenn er etwas anders lehrt oder verkündiget, als was wir empfangen haben; so sey er verflucht! Denn wir glauben Alles und folgen Allem, was in den heiligen Schriften sowohl von den Propheten als auch von den Aposteln überliefert worden ist, in Wahrheit und mit Ehrfurcht.

1: Nämlich zur Zeit der Kirchweihe.
2: Diese zweite Glaubensformel ward gleichfalls im Jahre 341 verfaßt. Sie steht auch bei Sokrates lib. 2, cap. 10. und bei Hilarius über die Synoden. Sie wurde nach dem Zeugnisse des Sozomenus lib. 3, cap. 6, angeblich von den Arianern gefunden, und von dem Märtyrer Lucius selbst eigenhändig geschrieben. Sieh Kirchenväter IX. Band, Seite 374, Anm. a
3: Joh. l, 1.
4: Das. Vl, 38.
5: Matth. XXVIII, 19.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger