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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

22.

Dieser war der Anfang ihrer Synoden, wo sie ihr Vorhaben schnell aussprachen, und nicht verheimlichen konnten. Denn da sie sagten, daß aller Haß verbannt sey, und da sie, nachdem Athanasius, Bischof von Alexandrien, verbannt worden war, schrieben, man müsse den Arius und seine Anhänger aufnehmen, gaben sie deutlich zu erkennen, daß sie dem Athanasius und allen andern Bischöfen, die sich ihnen widersetzten, deßwegen nachgestellt hatten, um den Arius und seine Anhänger in die Kirchengemeinschaft aufzunehmen, und die Ketzerei in die Kirche einzuführen. Und obgleich sie die ganze Irrlehre des Arius in jener Synode gelobt, und jene zur Kirchengemeinschaft zuzulassen beschlossen hatten, nachdem sie dieses selbst schon vorher gethan hatten; so glaubten sie dennoch, daß ihnen zu ihrem Plane noch etwas fehle, und versammelten daher, unter dem Vorwande der sogenannten Kirchweihe, eine Synode zu Antiochia. Und da sie immer von Allen wegen der Ketzerei angeklagt wurden, verfaßten sie verschiedene Schriften, die einen so, die andern anders. Was aber in Einem ihrer Briefe von ihnen niedergelegt wurde, ist Folgendes.1

„Wir sind niemals Anhänger des Arius gewesen, denn wie sollten wir, da wir Bischöfe sind, einem Priester folgen? Auch haben wir nie einen andern Glauben, außer den, welcher vom Anbeginne überliefert worden ist, angenommen. Sondern wir haben selbst seinen Glauben geprüft und gut geheißen, und so vielmehr ihn zur Kirchengemeinschaft zugelassen, als uns nach ihm gerichtet, was ihr aus unsern Worten ersehen werdet. Denn wir haben vom Anfange an gelernt, an Einen Gott, den Gott aller Dinge, zu glauben, den Schöpfer und Vorsorger für alle Dinge, welche man mit dem Verstande erkennen und mit den Sinnen wahrnehmen kann. Und an Einen eingebornen Sohn Gottes, der von Ewigkeit her ist, und zugleich existirt mit dem Vater, seinem Erzeuger; durch welchen auch Alles gemacht ist, sowohl das Sichtbare als auch das Unsichtbare; der in den jüngsten Zeiten, nach dem Willen des Vaters, herabgekommen ist, und Fleisch aus der Jungfrau angenommen hat; der den Gesammtwillen des Vaters erfüllt und gelitten hat, welcher auferstanden und zu den Himmeln aufgefahren ist, und zur Rechten des Vaters sitzt; der wieder kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten, und König und Gott bleibt in Ewigkeit. Wir glauben aber auch an den heiligen Geist; und, wenn es beigefügt werden muß, wir glauben an eine Auferstehung des Fleisches und an ein ewiges Leben.“

1: Folgende erste Glaubensformel wurde verfaßt im Jahre 34I. Sie findet sich bei Sokrates lib. 2, cap. 10. Nicephorus lib. 10, cap. 5, und dem Sinne nach auch bei Theodoretus lib. 3, cap. 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger