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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

21.

Uebrigens werden jene niemals müde, eine Synode nach der andern gegen jenes allgemeine Concilium zu halten. Denn nach der Nicänischen Synode wurden zwar die Eusebianer abgesetzt; aber dessen ungeachtet drängten sie sich nachher unverschämter Weise in die Kirchen ein, fingen an, den Bischöfen, welche ihnen widersprachen, nachzustellen, und anstatt dieser Anhänger ihrer Ketzerei in den Kirchen anzustellen, um nach Belieben die Synoden zu halten, indem sie Bischöfe haben, die mit ihnen gleiche Ansicht theilen, Leute, welche sie absichtlich gerade hiezu vorher gewählt hatten. Sie versammelten sich nun zu Jerusalem, und verfaßten folgendes Schreiben.

Die heilige Synode, welche zu Jerusalem durch Gottes Gnade versammelt ist, entbietet der Kirche Gottes zu Alexandrien, und jenen in ganz Aegypten und in der Thebais, in Libyen und Pentapolis, so wie den Bischöfen, Priestern und Diakonen auf der ganzen Erde ihren Gruß in dem Herrn 1.

Uns Allen, die wir aus verschiedenen Provinzen an Einem Orte zur großen Feierlichkeit uns versammelt haben, welche wir am Einweihungstage des Martyriums des Erlösers begingen, das durch den Eifer des frömmsten Kaisers Konstantius zu Ehren des Allbeherrschers Gottes und seines Gesalbten erbaut worden ist, hat Christi Gnade eine überaus große Freude beschert, die uns der gottseligste Kaiser durch ein eigenhändiges Schreiben bereitet hat, worin er uns zu unserer Pflicht ermahnte; daß wir nämlich, nachdem er allen Neid aus der Kirche Gottes verbannt, und allen Haß weit entfernt hat, wodurch die Glieder Christi schon lange Zeit entzweit waren, mit arglosen und friedfertigem Herzen den Arius und seine Genossen aufnehmen sollten, welche der das Gute hassende Neid eine Zeit lang außer der Kirche zu seyn nöthigte. Ja, der gottseligste Kaiser hat selbst durch sein Schreiben die Rechtgläubigkeit dieser Männer bezeugt, und nachdem er sie selbst um ihren Glauben gefragt, und sie diesen mit lebendiger Stimme aussprechen gehört, denselben gebilliget, davon uns benachrichtet, und seinem Schreiben die Formel des richtigen Glaubens dieser Männer schriftlich beigefügt, die wir alle als gesund und der Kirche entsprechend anerkannten. Und mit Recht verlangte er die Aufnahme dieser Männer in die Kirche und ihre Vereinigung mit derselben, wie denn auch ihr selbst aus der Abschrift desselben Briefes, welchen wir euerer Frömmigkeit zugeschickt haben, wissen werdet. Wir glauben, daß auch ihr selbst, da ihr die eigenen Glieder eueres Leibes wieder erhaltet, hoch euch erfreuen und frohlocken werdet, indem ihr euere Glieder, euere Brüder und Väter wieder anerkennet und aufnehmet; denn nicht nur die Priester, welche dem Arius anhingen, sondern das ganze Volk und die gesammte Menge wird euch wieder gegeben, welche wegen der Ausschließung der oben genannten Männer lange Zeit von euch getrennt war. Und in der That geziemt es euch, daß ihr, wenn ihr vernehmet, was hier verhandelt worden ist, und wie jene Männer mit uns Gemeinschaft gehabt haben, und von der so großen heiligen Synode aufgenommen worden sind, selbst mit der größten Bereitwilligkeit die Verbindung und den Frieden mit euern Gliedern wieder herstellet, zumal da der von ihnen ausgesprochene Glaube die apostolische Ueberlieferung und die von Allen gutgeheißene Lehre unbezweifelt bewahrt.

1: Geschrieben im Jahre 335.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger