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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

14.

Der heilige Apostel lobt die Korinther mit den Worten:1 „Daß ihr in Allem meiner eingedenk seyd, und die Vorschriften haltet, wie ich sie euch gegeben habe.“ Diese aber werden, wenn sie von ihren Vorfahren solches denken, sich gewiß erfrechen, den Völkern das Gegentheil zu sagen, nämlich: Wir loben euch nicht, die ihr der Väter eingedenk seyd, sondern wir geben euch vielmehr unsern Beifall, wenn ihr euch an die Ueberlieferungen derselben nicht haltet. Und am Ende mögen sie ihren unglücklichen Ursprung tadeln, und sagen: Wir stammen nicht von frommen Männern, sondern von Häretikern ab. Denn auf diese Weise geziemt es Menschen zu reden, welche, wie oben gesagt wurde, die Ehre der Väter, und ihr eigenes Heil der arianischen Ketzerei aufopfern, und nicht befürchten, das zu hören, was in dem göttlichen Spruche geschrieben steht:2 „Ein böses Geschlecht, das seinen Vater verflucht;“ welche die Drohungen nicht fürchten, die in dem Gesetze gegen solche Menschen niedergelegt sind. Wegen ihres Eifers für die Ketzerei also haben sie einen so hartnäckigen Sinn; ihr aber lasset euch dadurch nicht beunruhigen, und haltet ihre Verwegenheit nicht für Wahrheit. Denn sie sind unter einander selbst uneins, und haben, nachdem sie von den Vätern abgefallen sind, nicht mehr eine und dieselbe Ansicht, sondern schwanken in mannigfaltigen und verschiedenen Meinungen, und haben während ihres Kampfes wider die Nicänische Synode auch selbst viele Synoden gehalten; sie machten zwar auf einer jeden derselben eine Auslegung des Glaubens, blieben aber bei keiner Glaubensform; ja sie werden auch nie anders verfahren, weil sie, indem sie schlecht suchen, die Weisheit, welche sie hassen, nicht finden werden. Ich habe daher nothwendiger Weise einen Theil von dem, was Arius schrieb, und die Glaubenserklärungen, welche die Arianer in verschiedenen Synoden gaben, so viel ich davon zu sammeln im Stande war, beigefügt, damit ihr einsehet, und euch wundert, warum sie sich nicht schämen, eifrig gegen die allgemeine Synode und gegen ihre Väter zu kämpfen. Arius und seine Anhänger wurden, weil sie dachten und sprachen: „Aus Nichts hat Gott den Sohn gemacht, und sich ihn Sohn genannt; Gottes Wort ist Eines aus den Geschöpfen;“ und: „Es war einmal eine Zeit, in welcher er nicht war; er ist aber veränderlich, und kann, wann er will, sich verändern;“ von Alexander, seligen Andenkens, aus der Kirche gestossen.

1: l. Kor. Xl, 2.
2: Sprüch. XXX, 11.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger