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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

13.

Wer sollte nun die Frömmigkeit der in der Synode zu Rimini versammelten Bischöfe nicht rühmen, welche einer so beschwerlichen Reise und so vielen Gefahren des Meeres sich unterzogen, um die Anhänger des Arius abzusetzen, und die Beschlüsse der Väter unverletzt zu bewahren, welche auf eine heilige und den Kanonen gemäße Weise diese Beschlüsse faßten. Denn ein Jeder von ihnen hatte die Ueberzeugung, daß, wenn sie die Beschlüsse ihrer Vorgänger aufheben würden, sie den Nachkommen Anlaß geben würden, das, was jetzt von ihnen verfügt wurde, ausser Kraft zu setzen. Wer wird hingegen den Leichtsinn des Eudoxius und Acacius nicht mißbilligen, welche die Ehre ihrer Väter ihrem Eifer für die Ariomaniten und ihrer Zuneigung zu diesen aufopfern? Welchen Glauben kann man ihren Beschlüssen schenken, wenn die Beschlüsse der Väter aufgehoben werden? Oder warum nennen sie die, welchen sie nachfolgten, Väter, wenn sie die Meinung derselben tadeln? Was wird aber vorzüglich Acacius zu seinem Lehrer Eusebius sagen, welcher nicht nur die Nicänische Synode unterzeichnet, sondern sogar durch ein Schreiben seinem Volke erklärt hat, daß dieser der wahre Glaube sey, welcher in der Synode zu Nicäa bekannt wurde? Denn wenn er sich auch in dem Schreiben vertheidigte, wie es ihm beliebte, so läugnete er doch die Worte nicht, ja tadelte vielmehr die Arianer, daß sie bei ihrer Behauptung: Der Sohn war nicht, ehe er geboren wurde, denselben nicht einmal vor der Maria seyn lassen wollten. Was werden sie den Völkern vortragen, welche von jenen unterrichtet worden sind? Etwa daß die Väter sich geirrt haben? Und wie werden sie selbst bei ihren Schülern Glauben erlangen, wenn sie ihnen sagen, daß sie den Lehrern nicht Gehör geben sollten? Mit welchen Augen werden sie die Grabmäler der Väter anschauen, die sie jetzt Ketzer nennen? Watum tadeln sie die Valentinianer, Kataphrygier und Manichäer, und warum nennen sie dagegen diejenigen heilig, welche, wie sie annehmen, Aehnliches sagen? Oder mit welchem Rechte können sie selbst Bischöfe seyn, wenn sie von solchen, die sie verläumderischer Weise Häretiker nennen, ordinirt worden sind? Haben aber jene unrichtig gedacht, und durch ihre Schriften den Erdkreis irregeführt, so soll die Erinnerung an sie gänzlich aufhören; und werden ihre Schriften verworfen, so gehet hin, und werfet ihre Ueberreste hinaus aus den Begräbnißstätten, damit Alle einsehen, daß Jene Verführer, ihr aber Vatermörder seyd.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger