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Athanasius (295-373) - Brief an den Philosophen Maximus (Epistula ad Maximum philosophum)

2.

Zweifeln sie aber, ob er auch Gott sey, so sollen sie sich vor Thomas scheuen, welcher den Gekreuzigten mit den Händen berührt und bestätiget hat, daß derselbe Herr und Gott sey. Ja sie sollen den Herrn selbst fürchten, welcher nach der Fußwaschung der Jünger sprach:1 „Ihr heißet mich Meister und Herr, und das mit Recht; denn ich bin es." Aber an demselben Leibe, in welchem er die Füsse wusch, trug er unsere Sünden hinauf an das Holz2. Auch damals wurde bezeugt, daß er der Herr der Schöpfung ist, als die Sonne ihre Strahlen zusammenzog, als die Erde erbebte, die Felsen sich spalteten, und die Henker selbst anerkannten, daß der Gekreuzigte wahrhaft Gottes Sohn sey. Denn der Leib, welchen man sah, gehörte nicht irgend einem Menschen an, sondern war Gottes Leib, in welchem er, auch als er gekreuziget wurde, Todte auferweckte. Demnach muß jene Frechheit verworfen werden, mit welcher sie behaupten, das Wort Gottes sey in irgend einen heiligen Menschen gekommen, (denn dieses war bei einem jeden Propheten und bei andern Heiligen der Fall,) damit es nicht scheine, es sey in einem Jeden derselben geboren worden und wieder gestorben. Allein so ist es nicht, dieses sey fern! Sondern nur Ein Mal am Ende der Zeiten ist, um die Sünde zu vernichten, das Wort selbst Fleisch geworden, und aus der Jungfrau Maria hervorgegangen als Mensch, uns gleich, wie er auch zu den Juden sprach:3 „Warum suchet ihr mich zu tödten, mich, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit sagte?" Auch werden wir nicht dadurch, daß wir des Leibes irgend eines andern Menschen theilhaftig werden, sondern dadurch, daß wir den Leib des Wortes selbst empfangen, zu Göttern gemacht.

1: Ioh. Xlll, 13.
2: I. Petri Il, 24.
3: Ioh. VIII, 40.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger