Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron Der dritte Tag. Vierte und fünfte Homilie. (Gen 1,11-13) VI. Kapitel. Der "unsichtbaren und ungestalteten" Erde gab der Pflanzenschmuck Anmut und Wohlgestalt. Das Schöpferwort "es sprosse die Erde..." das dauernde Naturgesetz der Pflanzenwelt. Dem Schöpfer, nicht der Sonne, verdankt die Erde ihre üppige Vegetation.
25. Beim Abfließen des Wassers war es wohl angezeigt, der Erde Wohlgestalt und Anmut zu verleihen, daß sie aufhörte, "unsichtbar und ungestaltet" zu sein. Gar manche nämlich nennen auch das 'invisibile', was keine Wohlgestalt hat, und verstehen darum die Wendung "die Erde sei unsichtbar gewesen" nicht in dem Sinn, daß sie vor Gott dem Höchsten und seinen Engeln nicht sichtbar war Menschen, oder auch Tiere waren ja noch nicht erschaffen , sondern daß sie den ihr eigentümlichen Schmuck noch nicht hatte. Der Schmuck der Erde aber ist ein sprossendes und grünendes Gefilde. Um ihr nun Ansehen und Wohlgestalt zu geben, sprach Gott: "Es sprosse die Erde das Grün des Grases, Samen treibend nach seiner Art, und die Fruchtbäume, fruchtbringend nach ihrer Art, deren Samen in sich selbst enthaltend".
|