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Athanasius (295-373) - Brief an den Bischof und Bekenner Adelphius (Epistula ad Adelphium)

7.

Ich wünschte aber, daß deine Frömmigkeit dieselben um Folgendes fragen möchte: Als die Israeliten den Befehl erhielten, hinaufzugehen nach Jerusalem, um anzubeten in dem Tempel des Herrn, wo die Bundeslade war und oben über derselben die Cherubim der Herrlichkeit den Gnadenthron überschatteten, thaten sie hierin recht oder das Gegentheil? Thaten sie nicht recht; warum wurden diejenigen, welche dieses Gesetz nicht achteten, bestraft? Denn es steht geschrieben: „Wer es nicht achtet und nicht hinaufgeht, der soll ausgerottet werden aus dem Volke." Thaten sie aber recht, und wurden sie dadurch Gott wohlgefällig, wie verdienen dann die lasterhaften Arianer, die schändlichsten unter allen Ketzern, nicht tausendmal den Tod, da sie das alte Volk wegen seiner Verehrung gegen den Tempel loben, den Herrn aber, der doch im Fleische wie in einem Tempel ist, nicht anbeten wollen? Uyd doch war der alte Tempel aus Steinen und Gold, gleichsam als ein Schatten, erbaut; nachdem aber die Wahrheit angekommen war, hörte endlich das Vorbild auf, und es blieb in demselben, nach dem Ausspruche des Herrn1, kein Stein auf dem andern, so daß er nicht zerstört worden wäre. Und jene glaubten, da sie den Tempel aus Steinen ansahen, nicht, daß der Herr, welcher in demselben redete, ein Geschöpf sey, noch gingen sie, da sie den Tempel nicht mehr achteten, weit hinweg, um anzubeten; sondern sie gingen in denselben hinein, und dienten gesetzmäßig Gott, welcher aus dem Tempel Orakel gab. Da aber dieses der Fall ist, wie verdient dann der höchst heilige und wahrhaft höchst verehrungswürdige Leib des Herrn, welcher von dem Erzengel Gabriel verkündiget, von dem heiligen Geiste gestaltet, und das Kleid des Wortes geworden ist, nicht Anbethung? Das Wort heilte durch Ausstreckung der leiblichen Hand das am Fieber darniederliegende Weib, erweckte durch Aussprechung menschlicher Worte den Lazarus von den Todten, stürzte durch Ausstreckung der Hände am Kreuze den Fürsten, der da herrscht in der Lust, und jetzt in den Kindern des Unglaubens wirkt2, und reinigte uns den Weg zu den Himmeln.

1: Matth. XXIV, 2.
2: Ephes. II, 2.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger