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Athanasius (295-373) - Brief an den Bischof und Bekenner Adelphius (Epistula ad Adelphium)

5.

Scheinen also diejenigen, die das Fleisch, welches von dem Worte angenommen wurde, damit alle Menschen erlöset, alle von den Todten auferweckt und von den Sünden befreit würden, gering achten, oder wegen des Fleisches von dem Sohne Gottes schmähend behaupten, daß er etwas Gemachtes oder Geschaffenes sey, scheinen diese nicht undankbar, und sind sie nicht alles Hasses würdig? Denn sie rufen beinahe zu Gott: Sende deinen eingebornen Sohn nicht im Fleische; laß ihn nicht aus einer Jungfrau Fleisch annehmen, damit er uns nicht von dem Tode und von der Sünde erlöse. Wir wollen nicht, daß er im Leibe geboren werde, damit er nicht den Tod für uns auf sich nehme; wir wollen nicht, daß das Wort Fleisch werde, damit es nicht in demselben unser Mittler werde, und damit wir nicht zu dir gelangen, und die himmlischen Wohnungen bewohnen. Die Pforten des Himmels sollen geschlossen werden, damit nicht dein Wort durch die Hülle seines Fleisches uns den Weg in die Himmel erneue. Dieses nun sind ihre Worte, welche sie mit teuflischer Frechheit aussprechen, mit welcher sie auch die verkehrten Ansichten erdacht haben. Denn die, welche das Fleisch gewordene Wort nicht anbeten wollen, beweisen sich undankbar gegen dessen Güte, mit der er die menschliche Natur angenommen hat; und die, welche das Wort von dem Fleische trennen, glauben, daß es durchaus keine Erlösung von der Sünde und keine Vernichtung des Todes gebe. Wo aber werden überhaupt die Gottlosen das Fleisch, welches der Heiland angenommen hat, für sich abgesondert finden, so daß sie sich sogar erfrechen zu sagen: Wir beten nicht den Herrn zugleich mit dem Fleische an, sondern trennen den Leib, und dienen dem Herrn allein?" Der selige Stephanus sah den Herrn zur Rechten stehen; und die Engel sprachen zu den Jüngern:1 „Er wird eben so wieder kommen, wie ihr ihn hingehen sahet, in den Himmel." Ja auch der Herr selbst sagte, da er zum Vater redete:2 „Ich will, daß da, wo ich bin, auch sie immer bei mir seyen." Wenn also das Fleisch durchaus nicht von dem Worte getrennt werden kann; müssen dann jene nicht entweder ihren Irrthum ablegen, und endlich den Vater im Namen unsers Herrn Jesu Christi anbeten, oder, wenn sie das Fleisch gewordene Wort nicht anbeten, und ihm nicht dienen wollen, von allen verworfen, und nicht mehr für Christen gehalten, sondern entweder unter die Heiden oder unter die Juden gezählt werden?

1: Apg. I, 11.
2: Joh. XVII, 24.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger