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Athanasius (295-373) - Brief an den Bischof und Bekenner Adelphius (Epistula ad Adelphium)

4.

Dieses geschah, und Niemand trug, wie jetzt die Arianer es wagen, ein Bedenken, ob man dem Fleisch gewordenen Worte glauben und gehorchen sollte; sondern da sie den Menschen ansahen, erkannten sie ihn als ihren Schöpfer; und da sie die menschliche Stimme hörten, sagten sie wegen der menschlichen Natur nicht, daß das Wort ein Geschöpf sey ; sondern zitterten vielmehr, und erkannten nichts geringeres, als daß er aus einem heiligen Tempel redete. Warum also fürchten sich die Gottlosen nicht, sie möchten, „weil sie es nicht achteten, Kenntniß von Gott zu haben, dahingegeben werden in einen verworfenen Sinn, zu thun, was sich nicht geziemt1?" Denn die Schöpfung betet nicht ein Geschöpf an, und weigerte sich auch nicht wegen des Fleisches ihren Herrn anzubeten; sondern sie sah im Leibe ihren Schöpfer, und im Namen Jesu beugten und beugen sich alle Kniee derer, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind, und alle Zungen werden bekennen, obschon es den Arianern nicht gefällt, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters2. Denn das Fleisch hat dem Worte keine Unehre gebracht; dieß sey fern! sondern das Fleisch ist vielmehr von jenem verherrlichet worden. So hat auch der Sohn, als er, obwohl er göttlicher Natur war, die Gestalt eines Knechtes annahm, von seiner Gottheit nichts verloren, sondern ist vielmehr der Befreier des gesammten Fleisches und der ganzen Schöpfung geworden. Und wenn Gott seinen Sohn, aus einem Weibe geboren, gesandt hat, so bringt uns dieser Umstand keine Unehre, sondern vielmehr Ruhm und große Gnade. Denn er ist Mensch geworden, um uns durch sich selbst göttlich zu machen; und er ist aus einem Weibe gestaltet, und aus einer Jungfrau geboren worden, um unsern irrenden Ursprung auf sich selbst überzutragen, und uns für die Zukunft zu einem heiligen Geschlechte und der göttlichen Natur theilhaftig zu machen, wie der selige Petrus schrieb:3, „da dieß dem Gesetze unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt ward, so hat Gott seinen Sohn in der Gestalt des sündhaften Fleisches gesandt, und um der Sünden willen die Sünde im Fleische verdammt."

1: Röm. l, 28.
2: Philipp. II, 10, 11.
3: 2. Petr. l, 4. und Röm. VlII, 3.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger