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Athanasius (295-373) - Brief an die Bischöfe in Afrika (Epistula ad Afros episcopos)
Brief der neunzig Bischöfe von Aegypten und Libyen, so wie des seligen Athanasius, gegen die Arianer, an die geehrtesten Bischöfe in Afrika.

9.

So dachten die Väter, und darum schrieben sie, der Sohn sey von gleicher Wesenheit mit dem Vater, und belegten diejenigen mit dem Fluche, welche sagten, der Sohn sey aus einer andern Wesenheit, indem sie diese Ausdrücke nicht selbst ersonnen, sondern von den alten Vätern vernommen hatten, wie wir bereits bemerkt haben. Nach diesen Beweisen aber ist überflüssig ihre Synode von Rimini, überflüssig auch die andere Synode, welche von ihnen die über den Glauben genannt wurde. Denn es genügt die Synode zu Nicäa, welche mit den alten Bischöfen übereinstimmend ist, auf welcher auch ihre Väter unterschrieben haben, die sie hätten ehren sollen, damit sie nicht für alles mehr, als für Christen gehalten würden. Wenn sie aber nach so triftigen Gründen, nach dem Zeugnisse der alten Bischöfe und nach der Unterzeichnung ihrer eigenen Väter, wie wenn sie davon keine Kunde hätten, vorgeben, daß sie den Ausdruck „von gleicher Wesenheit" scheuen; so sollen sie mit mehr Aufrichtigkeit und in Wahrheit sagen, und denken, daß der Sohn von Natur Sohn sey, und diejenigen nach dem Ausspruche der Synode mit dem Bannfluche belegen, welche ihn ein Geschöpf oder etwas Gemachtes nennen, und sagen: „Aus Nicht-seyendem"; oder: „Es war eine Zeit, wo der Sohn Gottes nicht war;" und: „Er ist veränderlich und wandelbar, und aus einer andern Wesenheit." Sie sollen auf diese Weise von der arianischen Ketzerei zurücktreten; und wir haben das Vertrauen, daß sie, wenn sie diese Behauptungen aufrichtig mit dem Fluche belegen, sogleich bekennen werden, daß der Sohn aus der Wesenheit des Vaters und mit dem Vater von gleicher Wesenheit sey. Denn deßwegen fügten auch die Väter, nachdem sie gesagt hatten, der Sohn sey von gleicher Wesenheit mit dem Vater, sogleich bei. Diejenigen aber, die da sagen, er sey ein Geschöpf oder etwas Gemachtes, oder aus Nicht-seyendem, oder: „Es war eine Zeit, wo er nicht war, verflucht die katholische Kirche," um durch diese Worte anzuzeigen, daß der Ausdruck „von gleicher Wesenheit" dieses bedeute. Und die Bedeutung des Ausdruckes omoousioj (von gleicher Wesenheit) erkennt man daraus, daß der Sohn nicht ein Geschöpf oder etwas Gemachtes ist, und daß der, welcher omoousioj sagt, keineswegs denkt, daß das Wort ein Geschöpf sey; und wer das Obengesagte verflucht, der denkt auch zugleich, daß der Sohn mit dem Vater von gleicher Wesenheit sey; und wer von ihm sagt, daß er gleiche Wesenheit habe, der nennt ihn auch den wirklichen und wahrhaften Sohn Gottes. Und wer ihn den wirklichen Sohn nennt, der versteht die Worte: „Ich und der Vater sind Eins;" und: „Wer mich sieht, der sieht den Vater."

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger