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Athanasius (295-373) - Rechtfertigung wegen seiner Entweichung (Apologia de fuga sua )
Unsers heiligen Vaters Athanasius, Erzbischofes zu Alexandrien, Rechtfertigung wegen seiner Entweichung, als er von dem Dux Syrianus verfolgt wurde.

8.

Da sie solches thun, und ungeachtet der Uebel, welche sie uns schon früher bereitet haben, sich nicht schämen, machen sie uns jetzt sogar dieses zum Vorwurfe, daß wir ihren mörderischen Händen entfliehen konnten; ja sie sind vielmehr heftig darüber betrübt, daß sie mich nicht völlig beseitiget haben; und sie stellen sich, als wenn sie mir Feigheit vorwerfen wollten, ohne einzusehen, daß sie durch ein solches Gebrumme den Tadel vielmehr gegen sich selbst wenden. Denn wenn das Fliehen etwas Schlechtes ist, so ist das Verfolgen etwas noch Schlechteres; denn der Eine verbirgt sich, damit er nicht umkomme, der Andere aber verfolgt weil er zu morden sucht. Daß aber das Fliehen erlaubt sey, bezeugt die heilige Schrift; wer Hingegen aufsucht, um zu morden, der übertritt das Gesetz, ja er gibt vielmehr selbst die Veranlassung zur Flucht. Wenn sie daher die Entweichung tadeln, so sollen sie vielmehr sich schämen, daß sie verfolgen. Denn sie sollen nur aufhören, Nachstellungen zu bereiten, und sogleich werden die Entweichenden zu fliehen aufhören. Aber sie lassen ihre Bosheit nicht fahren, sondern sie unternehmen alles, um uns zu ergreifen, indem sie nicht einsehen, daß die Entweichung der Verfolgten ein großer Beweis gegen die Verfolger sey; denn Niemand flieht vor dem Sanftmüthigen und Menschenfreundlichen, sondern man flieht vielmehr vor demjenigen, welcher einen gefühllosen und boshaften Charakter hat. Daher flohen1 „Alle, welche bedrängt waren und Schulden hatten," vor dem Saul und nahmen ihre Zuflucht zu dem David. Deßwegen streben auch diese, diejenigen, welche sich verborgen halten, zu ermorden, damit kein Beweis ihrer Bosheit vorhanden seyn möchte. Allein, wie sie immer irren, so scheinen sie auch hierin blind zu seyn; denn je bekannter die Entweichung ist, desto mehr wird auch der durch Nachstellung von ihnen herbeigeführte Mord oder die Verbannung bekannt werden. Denn wenn sie tödten, so wird der Tod noch lauter gegen sie sprechen; wenn sie aber verbannen, so werden sie selbst nach allen Richtungen Denkmäler ihrer Ungerechtigkeit zu ihrem eigenen Nachtheile aussenden.

1: I. Kön. XXII, 2.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger