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Athanasius (295-373) - Rechtfertigung wegen seiner Entweichung (Apologia de fuga sua )
Unsers heiligen Vaters Athanasius, Erzbischofes zu Alexandrien, Rechtfertigung wegen seiner Entweichung, als er von dem Dux Syrianus verfolgt wurde.

24.

Dieses ist nun zwar hinreichend, um den Unsinn der Gottlosen zu stürzen, und zu zeigen, daß sie nach nichts streben, als nur mit Beschimpfungen und Lästerungen zu streiten. Weil sie aber einmal Christi Feinde zu werden gewagt haben, und nachher emsige Grübler geworden sind, so mögen sie doch die Art und Weise unserer Entweichung erforschen und von den Ihrigen vernehmen. Denn die Arianer waren es, welche zu den Soldaten eilten, um sie aufzureizen, und uns ihnen, die uns nicht kannten, zu zeigen. Und wenn sie auch so noch kein Mitleid fühlen, so sollen sie wenigstens, wenn sie dieses hören, sich schämen und ruhig verhalten. Denn es war bereits Nacht, und einige aus dem Volke wachten die Nacht hindurch auf die folgende Versammlung; da kam plötzlich der Feldherr Syrianus mit mehr als fünf tausend Soldaten, welche mit Waffen, gezogenen Schwertern, Bogen, Pfeilen und Knitteln versehen waren, wie schon oben gesagt wurde, herbei, und umgab die Kirche mit dicht aufgestellten Soldaten, damit Niemand aus der Kirche gehen und ihnen entwischen könnte. Ich hielt es aber nicht für billig, bei einer so großen Verwirrung das Volk zu verlassen, und nicht vielmehr in einem höhern Grade der Gefahr mich bloß zustellen; daher setzte ich mich auf den Stuhl und befahl dem Diakon, daß er einen Psalm lesen, und dem Volke, daß es antworten sollte:1 „In Ewigkeit dauert seine Barmherzigkeit;" allen aber, daß sie sich entfernen, und nach Hause gehen sollten. Als aber der Feldherr hierauf mit Gewalt in die Kirche drang, und die Soldaten, um uns zu ergreifen, die Sakristei umgaben; riefen alle, welche von der Geistlichkeit und dem Volke sich vorfanden, und beschworen mich, daß auch ich mich jetzt hinwegbegeben möchte. Ich erwiederte aber, daß ich nicht hinweggehen würde, bis Alle insgesammt hinausgegangen wären. Ich stand nun auf, befahl zu beten, und verlangte, daß Alle vor mir sich entfernen möchten, indem ich sagte, es sey besser, daß ich in Gefahr schwebe, als daß Jemand aus dem Volke verletzt werde. Als nun die Meisten hinausgegangen waren, und die Uebrigen nachfolgten, kehrten die Mönche und einige Kleriker, welche dort bei uns waren, zurück, und zogen uns mit sich fort; und so entkam ich, die Wahrheit ist Zeuge, obwohl einige von den Soldaten die Sakristei umringten, andere die Kirche besetzt hielten, unter der Führung des Herrn, und unter seinem Schutze entwich ich, ohne von ihnen bemerkt zu werden, Gott hoch preisend, daß wir das Volk nicht verlassen, sondern vorausgeschickt haben, und daß wir uns retten und den Händen derer, die uns aufsuchten, entfliehen konnten.

1: Psalm CXXXV, 1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger