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Athanasius (295-373) - Rechtfertigung wegen seiner Entweichung (Apologia de fuga sua )
Unsers heiligen Vaters Athanasius, Erzbischofes zu Alexandrien, Rechtfertigung wegen seiner Entweichung, als er von dem Dux Syrianus verfolgt wurde.

3.

Denn wen haben sie jemals, wenn es ihnen gelang, ihn bei der Verfolgung in ihre Gewalt zu bekommen, nicht nach Lust mißhandelt? Wen haben sie jemals gesucht, und aufgefunden, ohne ihn in eine solche Lage zu versetzen, daß er entweder eines elenden Todes starb, oder daß er von jeder Seite mißhandelt wurde? Denn was die Richter zu thun scheinen, das ist das Werk jener Menschen, und die Richter sind eigentlich die Vollzieher ihrer Entwürfe und die Diener ihrer Bosheit. Welcher Ort hat daher nicht ein Denkmal ihrer Verruchtheit aufzuweisen? Gegen wen, der ihre Gesinnungen nicht theilte, haben sie sich nicht verschworen und nach dem Beispiele der Jezabel nicht Vorwände ersonnen? Welche Kirche trauert jetzt nicht wegen der Nachstellungen, welche jene ihren Bischöfen bereiteten? Antiochien trauert um den Bekenner und eifrigen Anhänger des wahren Glaubens Eustathius, Balanea (Valania) um den höchst bewundernswerthen Euphration, Paltus (Boldo) und Antaradus (Tortosa) um den Cymatius und Carterius, Adrianopel um den Christus liebenden Eutropius, und nach diesem um Lucius, welcher jener Menschen wegen oft Ketten getragen hat, und so gestorben ist; auch Ancyra trauert um den Marcellus, Beröa um den Cyrus, und Gaza um den Asklepas. Denn die arglistigen Menschen haben die Verbannung dieser Männer bewirkt, nachdem sie dieselben vorher vielfach mißhandelt hatten; den Theodulus aber und den Olympius, Bischöfe in Thracien, so wie uns und unsere Priester lassen sie so aufsuchen, daß wir, wenn wir gefunden würden, die Todesstrafe zu erleiden hätten. Und so würden wir wohl auch unsern Tod gefunden haben, wenn wir damals nicht gegen ihre Erwartung uns geflüchtet hätten. Denn von dieser Art war das Schreiben, welches gegen den Olympius an den Proconsul Donatus, und das, welches gegen mich an den Philagrius erlassen wurde. Sie bewirkten ja auch, daß Paulus, Bischof von Constantinopel, welchen sie verfolgt und gefunden hatten, zu Cucusum in Kappadocien öffentlich erdrosselt wurde, indem sie sich des ehemaligen Präfekten Philippus hiezu als eines Henkers bedienten; denn dieser beschirmte ihre Ketzerei und vollzog ihre verruchten Beschlüsse.1

1: Als nämlich Constantius nichts mehr von seinem Bruder Constans (gest. 350) zu befürchten hatte, erklärte er sich lauter, als jemals, zu Gunsten der Irrlehrer. Er schickte von Antiochien, wo er damals war, einen Befehl an Philippus, den Präfektus Prätorio, daß er den Paulus aus seiner Kirche und aus der Stadt Constantinopel vertrieb, um den Macedonius an dessen Stelle zu setzen. Paulus wurde nach Thessalonich, dann mit Ketten beladen nach Singara, in Mesopotamien abgeführt. Von da schleppte man ihn nach Emesa, in Syrien, dann nach Cucusa, einer kleinen, in den Wüsten des Taurus, auf den Gränzen Kappadociens und Armeniens gelegenen Stadt, wo die Luft sehr ungesund war. Da wurde er in einen finstern Kerker eingeschlossen, und dem bittersten Mangel preisgegeben. Seine Feinde gingen sogar so weit, daß sie verboten, ihm irgend eine Nahrung zu reichen. Als sie sechs Tage nachher ihn dennoch am Leben fanden, erdrosselten sie ihn auf meuchelmörderische Weise, und verbreiteten das Gerücht, er sey an einer Krankheit gestorben. — Philipp entging dem göttlichen Strafgerichte nicht lange; er wurde einige Jahre nachher seiner Würden und Güter beraubt, und zur Landesverweisung verurtheilt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger