Ephräm d. Syrer († 373) - Ausgewählte Gesänge gegen die Grübler über die Glaubensgeheimnisse 20. Gottes unbegreiflichess Wesen. Der neunundsechzigste Gesang des Orignals.
6. Geschöpf erfaßt ihn keines. [S. 138] Gott ist er, unbegreiflich für den Menschen, obschon er die Menschenkinder liebt. Der Schöpfer ist er, nicht zu begreifen von den Erschaffenen, wenn auch sein Werk sehr erhaben ist. Er ist der eine Lebendige, unaussprechlich von den Sterblichen, so wie sein Sohn1 von den Grüblern. Wer ist jene Majestät zu erfassen fähig? Der schwache Geist? Die geringe Seele? Der arme Leib? Wer sich einbildet, im Stande zu sein, Gott zu ergründen, dessen Gerede ist Unsinn, sein Herz schwankt unstät hin und her, und er ist völlig frevelhaft.
1: Das syrische Wort jaldo heißt auch Zeugung. Will man diese Bedeutung nehmen, dann ist vom Sohne Gottes und seiner Erhabenheit die Rede.
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