Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der dritte Tag. Vierte und fünfte Homilie. (Gen 1,11-13)

IV. Kapitel. Die Bezeichnung "das Trockene" für Erde (Gen 1,19) eine Näherbestimmung der spezifischen Eigentümlichkeit dieses Elementes. Die Grundeigenschaften der übrigen Elemente. Ihre gegenseitige Verbindung. Das Eigenartige und Grundwesentliche des einen Elementes inhäriert dem andern als etwas Fremdartiges und Zufälliges.

17.

1 Doch es scheint, weil ich vom Meere sprach, floß unsere Rede etwas über. Kehren wir zum Thema zurück und erwägen wir die Bewandtnis, die es mit der Ausdrucksweise des Herrn hat: „Es sammle sich das Wasser an einem Sammelort und komme ‚das Trockene‘ [S. 86] zum Vorschein“ ― nicht ‚die Erde‘. Ein passend gewählter Ausdruck: wer würde das nicht merken? Die Erde kann ja auch schlammig, aufgeweicht, ihr Aussehen wegen des darüber ausgegossenen Wassers unkenntlich sein. ‚Trocken‘ indes bezieht sich nicht nur auf eine allgemeine, sondern vielmehr auf eine besondere Beschaffenheit des Festlandes, derzufolge es nutzbar, entwässert und zum Anbau geeignet und tauglich ist. Zugleich ward vorgesehen, daß es nicht den Anschein gewänne, als verdankte es mehr der Sonne denn Gottes Anordnung das Trockensein; denn es wurde trocken, bevor die Sonne erschaffen wurde. Darum unterscheidet auch David zwischen Meer und Land und versichert vom Herrn und Gott: „Sein ist das Meer, und er hat es erschaffen, und seine Hände haben das Trockene gegründet“2. ‚Trocken‘ ist eine nähere natürliche Bestimmung, ‚Erde‘ eine einfache Sachbenennung, die wohl eine besondere Eigentümlichkeit in sich begreifen mag. Wie nämlich ‚Lebewesen‘ ein Allgemeinbegriff ist, der das Eigentümliche und Besondere einer Art einschließt, ‚Vernunftwesen‘ hingegen die spezifische Bezeichnung des Menschen, so läßt sich auch von der Erde allgemein beides aussagen: sie ströme von Wasser, oder aber sie sei „wüst und unwegsam und wasserlos“3. Jene Erde, die von Wasser strömt, trägt sonach auch die Möglichkeit des Trockenseins in sich; sobald nämlich das Wasser entfernt ist, fängt sie zu trocknen an. Ähnlich liest man in der Schrift: „Er hat Flüsse gewandelt in Wüste und Wasserquellen in durstendes Land“4, d. i. er hat aus wasserreichem Land trockenes geschaffen.

1: Zu Kap. IV: Nach Basil., l. c. 5.
2: Ps. 94, 5 [Hebr. Ps. 95, 5].
3: Ps. 62, 3 [Hebr. Ps. 63, 3].
4: Ps. 106, 33 [Hebr. Ps. 107, 33].

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung
Bilder Vorlage

Navigation
Der erste Tag. Erste ...
Der zweite Tag. Dritte ...
Der dritte Tag. Vierte ...
. I. Kapitel. "Es sammelte ...
. II. Kapitel. Die Erde ...
. III. Kapitel. Sämtliche ...
. IV. Kapitel. Die Bezei...
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. V. Kapitel. Der Septua...
. VI. Kapitel. Der "unsi...
. VII. Kapitel. Die Vege...
. VIII. Kapitel. Die ...
. IX. Kapitel. Die Giftp...
. X. Kapitel. Die Spezies ...
. XI. Kapitel. Die Ersch...
. XII. Kapitel. Der Wein...
. Mehr
Der vierte Tag. Sechste ...
Der fünfte Tag. Siebte ...
Der sechste Tag. Neunte ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger