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Ephräm d. Syrer († 373) - Ausgewählte Gesänge gegen die Grübler über die Glaubensgeheimnisse

2. Thorheit des Menschen, die Gottheit Jesu begreifen zu wollen, da er die menschliche Natur nicht begreift. Der siebente Gesang des Originals.

1.-2. Auch das Ziel, sich selbst recht zu erforschen, ist dem Menschen unerreichbar.

1. Wer ist wohl der da, welcher seiner selbst vergessen und nicht einmal seinen eigenen Geist kennend über die Natur des Erstgebornen, des Herrn der Wesen, Etwas daherreden will? Wer vermag auch nur die Wesen, welchen dessen Hand das Dasein gab, zu erforschen? Er ist ja nicht einmal im Stande, seine eigene Natur, die ihm gegeben ward, zu untersuchen. Wenn er nun so von sich selbst und durch sich selbst zurechtgewiesen wird und sich selbst nicht recht zu erkennen vermag, wie sollt' es ihm möglich sein, seinen Herrn zu erfassen?

2. Ein Ziel1 ist vor uns aufgestellt, erhaben, sichtbar [S. 69] und nahe. Wer es aber treffen will, irret von ihm ab und verfehlt es. Wenn er nun das nahe Ziel nicht im Stande ist zu erreichen, wer vermag wohl dann das unsichtbar ferne (die göttliche Natur) zu erreichen? Seine Menschheit kann er nicht erfassen; wer hat dann hinreichende Geisteskraft, seine verborgene Gottheit zu ergründen?

1: Das Ziel, von dem hier Ephräm redet, ist die menschliche Natur Jesu. Er ist uns nahe gerückt, weil uns als Menschen die menschliche Natur bekannt sein kann. Und dennoch wie viele Ketzereien sind nicht bloß über die menschliche Natur Christi entstanden! Die Grübler verfehlen das Ziel, weil die Vereinigung der zwei Naturen in Jesus ein unbegreiflich Geheinmiß ist.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger