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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Kirchengeschichte (Historia Ecclesiastica)
Sechstes Buch

12. Kap. Serapion und seine überlieferten Schriften.

12. Von der schriftstellerischen Tätigkeit Serapions sind wohl noch andere Denkmäler bei andern vorhanden. Zu unserer Kenntnis sind jedoch nur gekommen die Schrift „An Domnus“, welcher zur Zeit der Verfolgung vom christlichen Glauben zum jüdischen Eigenkult abgefallen war, die Schrift „An die kirchlich gesinnten Männer Pontius und Karikus“, ferner noch Schreiben an verschiedene Anschriften und schließlich eine Arbeit „Über das sog. Petrusevangelium“. Diese verfaßte er, um die in diesem Evangelium enthaltenen falschen Sätze zu widerlegen; denn einige Glieder der Kirche zu Rhossus1 hatten sich durch die erwähnte Schrift zu falschen Lehren verleiten lassen. Es dürfte zweckmäßig sein, aus jener Arbeit einige wenige Worte anzuführen, welche seine Ansicht über das Evangelium wiedergeben. Serapion schreibt: „Meine Brüder, wir halten an Petrus und den übrigen Aposteln ebenso fest wie an Christus. Wenn aber Schriften fälschlich unter ihrem Namen gehen, so sind wir erfahren genug, sie zurückzuweisen; denn wir wissen, daß uns solche Schriften nicht überliefert worden sind. Als ich bei euch war, meinte ich, daß alle den rechten Glauben hätten. Und ohne das von ihnen vorgelegte, den Namen Petri führende Evangelium durchgelesen zu haben, hatte ich erklärt: Wenn dies allein euer Schmerz ist, dann möge man es lesen! Da ich aber nun durch Hörensagen weiß, daß ihr Sinn heimlich einer Häresie zuneigt, werde ich mich beeilen, wieder zu euch zu kommen. Daher, Brüder, erwartet mich in Bälde! Wir kennen, Brüder, die Häresie des Marcian. Er widersprach sich selbst und wußte nicht, was er sagte. Ihr könnt dies ersehen aus dem, was ich euch geschrieben habe. Durch Leute, die eben dies Evangelium benützten, d, i. durch die Nach- [S. 278] folger seiner Urheber, die wir Doketen nennen, da ja seine Ideen größtenteils dieser Richtung angehören, kamen wir in die Lage, dasselbe zu erhalten und durchzulesen und zu finden, daß zwar das meiste mit der wahren Lehre unseres Erlösers übereinstimmt, manches aber auch davon abweicht, was wir unten für euch anfügten.“2 Soviel über Serapion.

1: in der Nähe von Antiochien.
2: Vgl. oben V 19 (S. 247), — Th. Zahn, „Das Evangelium des Petrus“ (Erlangen 1893) 2 ff., 76 f.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Kirchengeschichte des Eusebius

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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