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Ephräm d. Syrer († 373) - Proben katholischer Polemik aus des hl. Ephräm Reden gegen die Ketzer.

XIV. Bedeutend für die katholische Lehre vom allerheiligsten Altarssakramente. Durch diese widerlegt Ephräm den Irrthum, daß der Leib oder das Fleisch an sich böse sei. Selbstwidersprüche der Ketzer. Jesus gibt in der hl. Kommunion wahrhaft und wirklich seinen Leib und sein Blut.

1. Wahrhafte Gegenwart des Leibes und Blutes Christi in der Eucharistie; bei den Ketzern findet sie nicht statt.

[S. 294] 1 Die hebräischen Bräute setzten ihren Ruhm in ihre Schleier. Sieh': unser Ruhm beruht auch auf unserm Schleier, das über Alles kostbare Blut Jesu nämlich.2 [S. 295] Die Gemeinden der Abtrünnigen haben in ihren Schleiern nicht das wahre Blut Christi, sondern nur ein Scheinbild des Blutes, weil sie an den Leib Jesu nicht glauben.3 Wo der wahre Leib ist, da befindet sich auch das wahre Blut. Wenn unser Herr den Leib deßwegen verachtete,4 weil er unrein und häßlich und verabscheuungswürdig,5 so ist auch das Brod und der Kelch des Heiles (die Eucharistie) unter den Abtrünnigen häßlich und unrein. Wie geht aber Dieß zu, daß er den Leib verachtete und sich doch in Brod verhüllte?6 Denn sieh': das Brod steht ja doch in Verwandtschaft mit dem schwachen Leibe. Wenn ihm nun das stumme Brod gefiel, um wieviel mehr der redende Leib!7 Auch der Gerechte8 gab am Brode ein Gleichniß; denn sein Tisch liebte das Schaubrod.9

1: Die siebenundvierzigste Rede des Originals.
2: Diese Worte deuten auf den Gebrauch in der syrischen Kirche, die consecrirte Hostie in den Kelch einzutauchen und damit die andern Partikeln zu benetzen. So bekamen die weiblichen Personen in dem Schleier, d. i. dem Tuche auf ihren Händen zum Empfange der Kommunion, auch einen Tropfen des hl. Blutes; daher sagt Ephräm in der zehnten Ode gegen die Grübler: "Vom Kelche, darin das Leben quillt, empfangen auch deine Mägde ein Tröpfchen Leben in einem Schleier." Wie deutlich sprechen solche Stellen für den katholischen Glauben in Bezug auf das Altarssakrament!
3: Die Marcioniten und Manichäer glaubten wie die Doketen nicht, daß Jesus einen wahren Leib an sich hatte; daher haben sie auch in ihrer Eucharistie nicht den wahren Leib.
4: Es wäre ein Widerspruch, wenn Christus nicht wahres Fleisch an sich gehabt hätte und doch unter Brodsgestalt seinen Leib hingäbe. "Sich in Brod hüllen = in Brodsgestalt gegenwärtig sein."
5: Nach dem Wahne der Ketzer; darum habe, sagten sie, Christus nicht wahres Fleisch angenommen
6: Der Ausdruck "Brod anziehen" bedeutet die wahre, wirkliche Gegenwart unter der Gestalt des Brodes.
7: Wenn er unter der Gestalt des Brodes wahrhaft gegenwärtig war, um wie viel mehr mußte er einen wahren und wirklichen Leib, nicht bloß einen Scheinleib tragen!
8: Gott im alten Bunde.
9: Die Schaubrode im alten Testamente waren ein Vorbild des allerheiligsten Altarssakraments. III. Mos. 24, 5 u. s. f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger