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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der zweite Tag. Dritte Homilie (Gen 1,6-10)

V. Kapitel. "Und Gott sah, daß es gut sei" (Gen 1,10). Mystische Erklärungen: die Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater; Gen 1,10 von der Gutheißung (Lob) der Schöpfung durch Gott, nicht von einem Mangel seiner Allwissenheit zu verstehen. Moralische Anwendungen: Gottes Urteil maßgebend für die Beurteilung der Schöpfung und des Schöpfers; Gottes Wissen und Können das menschliche in Schatten stellend.

18.

1 “Und Gott sah, daß es gut sei“2. Es schafft der Sohn, was der Vater will; es lobt der Vater, was der Sohn schafft. Keine Spur von einer unebenbürtigen Natur im letzteren, nachdem dessen Werk nicht unebenbürtig hinter dem des Vaters zurückbleibt. „Er sah“ ― doch nicht mit leiblichem Auge sah er hin, er gab vielmehr nur bestimmt zu verstehen, wie es der Fülle seiner Gnade3 angemessen war, daß mir sein Urteil hierüber bekannt würde. Wir unserseits pflegen ja auch über göttliche Dinge Erörterungen anzustellen. Und was Wunder, wenn Leute, die über den Ursprung des Schöpfers selbst Fragen aufwerfen, imstande sind, auch an der Schöpfung zu nörgeln? Sie fordern ihn vor die Schranken ihres Urteils und suchen ihn für ungleichartig und unebenbürtig zu erklären. Darum liest man sowohl: „Gott sprach“ als auch: „Gott schuf“. Mit dem gleichen Hoheitstitel werden Vater und Sohn ausgezeichnet. „Und es sah Gott, daß es gut sei.“ „Er sprach“ wie zu einem, der alles wußte, was der Vater wollte, und „er sah“ wie einer, der alles wußte, was der Sohn [S. 69] tat und in gemeinschaftlichem Wirken mit ihm vollführte.

1: Zu Kap. V: Vgl. zu 5, 18 u. 21 Basil., l. c. 10.
2: Gen. 1, 10.
3: Vgl. Joh. 1, 14. 16.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger