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Augustinus (354-430) - Vier Bücher über das Symbolum an die Katechumenen (Sermo de Symbolo; Buch 2-4 ist von Quodvultdeus)
Viertes Buch.

13. Die Kirche ist unsere Mutter, die Braut Christi. Jede Häresie ist Concubine, der nur für eine Zeitlang Gewalt eingeräumt wird.

Die heilige Kirche. Deßhalb erfolgt der Schluß dieses Sakramentes durch die Kirche,1 weil Jeder der Zahl der Söhne ferne steht, der nicht in ihr gefunden wird. Derjenige wird Gott nicht zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter haben will, und es ist für ihn ohne Nutzen, daß er glaubt und viel Gutes thut, wenn er das Endziel des höchsten Gutes nicht hat.2 Die Kirche ist die geistige Mutter und die Braut Christi, durch seine Gnade gereinigt und mit seinem kostbaren Blute ausgestattet. Sie besitzt Alles, was sie von ihrem Manne als Mitgift erhalten hat. Ich lese ihren Ehevertrag, ich will ihn laut vorlesen. Höret Häretiker, was geschrieben steht: „Christus mußte leiden und von den Todten auferstehen, und in seinem Namen mußte Buße und Vergebung der Sünden bei allen Völkern gepredigt werden.“3 Alle Völker sind die ganze Welt. Die Kirche besitzt Alles, was sie von ihrem Manne als Mitgift erhielt. Jede Versammlung einer beliebigen Häresie sitzt in den Winkeln, sie ist die Concubine und nicht die Hausfrau.4 O arianische Ketzerei, warum bist du übermüthig, warum blasest du aus,5 warum massest du dir zur Zeit Vieles [S. 481] an? Die Herrin wird von dir, der Magd, beleidiget; du fügst ihr viel Schmach zu; obgleich sie es beklagt, fürchtet dich die katholische Kirche, die große Braut Christi, nicht. Denn wenn der Bräutigam es bemerkt, wirst du als Magd mit deinen Söhnen hinausgeworfen werden, weil die Söhne der Magd nicht mit den Söhnen der Freien erben werden.6 Man erkenne die eine, heilige und wahre Königin, die katholische Kirche an, weil ihr Christus ein solches Reich verliehen hat, und weil er sie über die ganze Erde verbreitet, sie von jeder Makel und Runzel reiniget und sie durch seine Ankunft ganz schön gemacht hat.

1: Ebenso lib. III. c. 12.
2: Text: sine fine summi boni; das Endziel des höchsten Gutes ist Gott selbst, den nur Jener zum Vater hat, der die Kirche zur Mutter hat.
3: Luk. 24, 46 u. 47.
4: Die Kirche besitzt die ganze Mitgift Christi, weil sie unter allen Völkern verbreitet ist, die Häresie aber nur in einigen Winkeln der Erde. Der Ausdruck gebraucht, weil auch die Magd nicht wie die Herrin das Hausrecht hat, sondern in geringern Lokalitäten des Hauses wohnt.
5: Exsufflas einerseits Kennzeichen aufgeblasenen Hochmuthes, anderseits Hinweis auf den Exorcismus der Arianer gegenüber abgefallenen Katholiken.
6: Gen. 4, 10.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger