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Augustinus (354-430) - Vier Bücher über das Symbolum an die Katechumenen (Sermo de Symbolo; Buch 2-4 ist von Quodvultdeus)
Drittes Buch.

1. Das Symbolum ist das Fundament des katholischen Glaubens, auf dem sich das Gebäude der Kirche erhebt. Der Kirche, dem Tempel Gottes, sollen wir eingefügt werden; daher müssen wir dem Teufel und seiner Pracht, d. h. der Fleischeslust, der Augenlust und der Hoffart des Lebens widersagen.

Das Sakrament des Symbolums, das ihr empfangen und eurem Gedächtnisse eingeprägt habt, und das ihr zu eurem Heile behaltet, ist die Grundlage des katholischen Glaubens, auf welcher das von den Händen der Apostel und der Propheten aufgeführte Gebäude der Kirche sich erhob. Das Gebäude ist Gottes Haus, die Steine sind lebendig, und das seid ihr! So schreibt der Apostel an die Gläubigen:1 „Wisset ihr nicht, daß ihr ein Tempel Gottes seid, und daß der Geist Gottes in euch wohnt?“ Auch der Apostel Petrus redet die Gläubigen mit den Worten an:2 „Ihr werdet als lebendige Steine zu einem geistigen Hause erbaut.“ Wer diesem Gebäude eingefügt werden will, der widersage dem Teufel, seiner Pracht und seinen Engeln.3 Pracht des Teufels sind alle unerlaubten Begierden, welche die Seele nicht zieren, sondern sie schänden, und das sind die Begierden des Fleisches, die Begierden [S. 429] der Augen und die Hoffart des Lebens.4 Zur Fleischeslust gehören die Lockungen der Begierden, zur Augenlust die Thorheit der Schauspiele, und zur Hoffart des Lebens der wahnsinnige Hochmuth. Das ist aufgeblasener Rauch, daß ein mit einer Gewalt betrauter Mensch sein Menschenbewußtsein verliert, wenn er über einen Menschen richtet! Wer also die Welt besiegen will, besiege jene drei, die in der Welt sind, und durch sie besiegt er auch Denjenigen, der durch seine Einflüsterung aus Hochmuth die Welt täuscht.5

1: I. Kor. 3, 16.
2: I. Petr. 2, 5.
3: Damit ist nicht ausgedrückt, daß sie nicht schon bei den Exorcismen vor der Symbolübergabe ihm feierlich widersagt haben, was lib. II. u. IV. c. 1 deutlich beweisen. Die folgende Erklärung über „die Pracht des Teufels“ zeigt, daß in Afrika nicht wie anderswo eine erweiterte Abschwörungsformel üblich war, die schon von Tertullian erwähnte unverändert beibehalten wurde. Mayer S. 163 scheint anderer Ansicht zu sein.
4: I. Joh. 2, 16.
5: Text: per superbiam. Da aber das Mittel der Verführung durch suadendo ausgedrückt ist, so soll per superbiam das Motiv ausdrücken.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger