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Augustinus (354-430) - Vier Bücher über das Symbolum an die Katechumenen (Sermo de Symbolo; Buch 2-4 ist von Quodvultdeus)
Zweites Buch.

11. Zur Auferstehung sind nur die vernünftigen Geschöpfe bestimmt und daher die Thiere ausgeschlossen. Die Leiber werden unsterblich und unverweslich auferstehen.

Auferstehung des Fleisches. Lasset uns gläubig daran festhalten, daß alles Fleisch, d. h. jedes vernünftige Geschöpf auferstehen werde. Das ist der Hauptpunkt unseres Glaubens, der uns von den Ungläubigen trennt; denn wir haben kein Recht über die Landthiere und die übrigen belebten Wesen, denen das Ebenbild Gottes nicht zugetheilt wurde, zu streiten.1 Wir wissen ja, daß alle jene Wesen [S. 418] zu unserm Gebrauche erschaffen worden sind. Es lese Jemand, was Gott zu dem Menschen sprach, als er ihn bildete und segnete, und er wird im Buche Genesis geschrieben finden:2 „Gott erschuf den Menschen, nach seinem Bilde schuf er ihn, Mann und Weib schuf er sie. Und er segnete sie und sprach: Wachset und mehret euch, erfüllet die Erde und machet sie euch Unterthan, herrschet über die Fische des Meeres, über dieThiere des Landes und über das Geflügel des Himmels.“ All diese Wesen sind also, wie besagt, zum Gebrauche unserer Schwäche erschaffen worden. Wie nun unsere Verweslichkeit und unsere Schwäche nicht mit uns aufersteht, so auch nicht jene Geschöpfe, die für unsere Schwäche nothwendig sind.

Die Beschaffenheit unserer zukünftigen Leiber schildert der Apostel Paulus mit den Worten:3 „Gesäet wird in Verweslichkeit und auferstanden in Unverweslichkeit! Es wird gesäet in Schwäche, und auferstanden wird in Kraft! Gesäet wird in Schmach und auferstanden in Herrlichkeit! Ein thierischer Leib wird gesäet, und ein geistiger wird auferstehen!“ Diese Unverweslichkeit, Kraft, Herrlichkeit und dieser Lebensgeist werden uns nach der gnädigen Verheissung des Herrn selbst den Engeln Gottes gleich machen,4 so daß wir mit ihnen im ewigen Leben in einer Unsterblichkeit und in einem ewigen Vaterlande leben. In diesem Vaterlande wird Christus selbst unser ewiges Leben sein, denn er ist der wahre Gott und das ewige Leben.“5 Dieß folgt auch in euerem hl. Symbolum, weil wir nach der Auferstehung des Fleisches an ein ewiges Leben glauben.

1: Der Verfasser räumt den Heiden ein, daß die Thiere nicht auferstehen werden, läßt aber erkennen, daß Einige unberechtigt eine solche Auferstehung annehmen. Es sind die Millenarier, d. i. die Anhänger der Lehre vom tausendjährigen Reiche Christi auf Erden, damals noch ziemlich zahlreich.
2: Gen. 1, 27 u. 28.
3: I. Kor. 15, 42—44.
4: Matth. 22, 30.
5: I. Joh. 5, 20.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger