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Augustinus (354-430) - Vier Bücher über das Symbolum an die Katechumenen (Sermo de Symbolo; Buch 2-4 ist von Quodvultdeus)
Erstes Buch.

5. Auch der hl. Geist ist Gott; denn Gott hat ihm unsere Leiber zum Tempel erbaut.

Es folgt im Symbolum: „Und an den heiligen Geist.“ Jene Dreiheit ist ein Gott, eine Natur, eine Substanz, eine Macht, die höchste Gleichheit, keine Theilung, keine Verschiedenheit, die ewige Liebe. Wollt ihr kennen lernen, daß der hl. Geist Gott ist? Laßt euch taufen, und ihr werdet sein Tempel sein. Der Apostel sagt:1 „Wisset ihr nicht, daß euere Leiber ein Tempel des hl. Geistes sind, der in euch ist, den ihr von Gott habt?“ Einen Tempel hat nur Gott. Denn auch der König und Prophet Salomon erhielt den Befehl, Gott einen Tempel zu bauen.2 Hatte ihn nicht Gott verdammt, wenn er der Sonne, dem Monde, einem Sterne oder einem Engel einen Tempel erbaut hätte? Weil er also Gott einen Tempel erbaute, so zeigte er sich als Verehrer Gottes. Und woraus erbaute er ihn? Aus Holz und Steinen, weil Gott durch seinen Knecht sich auf Erden ein Haus bauen ließ, um dort angebetet und gefeiert zu werden.3 Daher sagt der hl. Stephanus:4 „Salomon erbaute ihm ein Haus, aber der Höchste [S. 369] wohnt nicht in Tempeln von Menschenhänden erbaut.“ Wenn also unsere Leiber ein Tempel des hl. Geistes sind, so fragt es sich, wie beschaffen der Gott ist, welcher dem hl. Geiste einen Tempel gebaut hat. Aber es ist Gott. Denn wenn unsere Leiber ein Tempel des hl. Geistes sind, so hat Derjenige dem hl. Geiste einen Tempel gebaut, der auch unsere Leiber gemacht hat. Beachtet die Worte des Apostels:5 „Gott hat den Leib so eingerichtet, daß er Demjenigen mehr Ehre beilegte, dem es daran gebrach.“ Das sagte er bei der Besprechung der verschiedenen Glieder, daß im Leibe keine Spaltungen unter ihnen seien. Gott hat unsern Leib erschaffen. Gott erschuf das Gras. Wie beweisen wir, daß Gott das Gras erschafft? Der es kleidet, der schafft es! Lies das Evangelium; denn es sagt:6 „Wenn also Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet:“ also erschafft es Jener, der es kleidet. Und der Apostel sagt:7 „Du Thor, was du säest, wird nicht belebt, es sterbe denn zuvor. Und was du säest, nicht der Körper ist es, der werden soll, was du säest, sondern ein bloßes Korn, nämlich etwa des Weizens oder eines anderer Art. Gott aber gibt ihm einen Körper nach seinem Wohlgefallen und einem jeglichen Samen seinen eigenen Körper.“ Wenn also Gott unsere Leiber erbaut, wenn Gott unsere Glieder erbaut und unsere Leiber ein Tempel des hl. Geistes sind, so zweifelt nicht, daß der hl. Geist Gott sei. Rechnet ihn aber nicht als einen dritten Gott hinzu, weil der Vater, der Sohn und der hl. Geist nur ein Gott sind. Also glaubet.

1: I. Kor. 6, 19.
2: II. Kön. 7, 13; III. 5, 5.
3: Der folgende Satz und der Hinblick auf Exod. 20, 24 bestimmt mich, die Leseart memoraretur der Variante moraretur vorzuziehen, obgleich Gott in der Schechinah anwesend war.
4: Apstg. 7, 47 u. 48.
5: I. Kor. 12, 23.
6: Matth. 6, 30.
7: I. Kor. 15, 36—38.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung

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. . 5. Auch der hl. Geist ...
. . 6. Die Kirche ist der ...
. . 7. Durch die Taufe ...
. . 8. Die Taufe ist die ...
. . 9. Die Auferstehung ...
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger