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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Siebtes Buch

Nr. 50

Ihr sagt ferner, die einen derselben erregen die Pest der Zwietracht, Andere die Liebe, Andere die Rasererei, wieder Andere betreiben den Krieg und erfreuen sich am Blutvergießen: wir aber dagegen urtheilen, [S. 213] dieß sey von der Götter Natur entfernt; oder giebt es solche, welche derlei Uebel den erbarmungswürdigen Sterblichen anthun und auflegen, so behaupten wir, sie seyen weit entfernt von der Götter Natur und nimmermehr unter dieses Namens Kategorie zu setzen. Ihr schließt, daß die Götter sich erzürnen und außer Fassung gerathen, daß sie auch den übrigen Leidenschaften unterworfen und verfallen seyen; wir entscheiden, derlei Bewegungen blieben ihnen durchaus fremd: denn solche sind Verrichtungen der wilden und vergänglichen Geschöpfe. Ihr glaubt, daß sie sich an der Thiere Blut, an dem Schlachten und Opfern erfreuen, ergötzen und nach gesühnter Beleidigung den Menschen gnädig sich wieder zuwenden; wir halten dafür, daß die Himmlischen keine Begierde nach Blut verspüren und daß sie so hartherzig nicht seyen, um den durch der kläglichen Thiere Schlachtung ersättigten Zorn fahren zu lassen. Ihr meint, durch Weinspendung, durch Weihrauch den Göttern Ehre anzuthun und derselben Würde zu vermehren; wir betrachten dieß als etwas Abenteuerliches und Widersinniges, daß irgend ein Mensch glauben mag, Gott werde entweder durch Rauch verehrungswürdiger oder Er halte sich durch die wenigen Weintropfen von Menschen genugsam auf heilige und ehrenvolle Weise verehrt. Ihr seyd überzeugt, daß sich die Götter durch das Tönen des Erzes, das Flötenblasen, durch der Pferde Wettlaufen und durch die Schauspiele sowohl ergötzen als auch anregen lassen, und daß sie mittelst derselben Sühne den irgend gefaßten Groll besänftigen; uns erscheint dieß unschicklich, ja wir nehmen als unglaublich an, daß die, welche jede Art von Vollkommenheit im Uebermaaß übertreffen, an dergleichen Dinge Lust und Behagen finden, welche der verständige Mensch verlacht und in denen niemand anders irgend eine Annehmlichkeit zu finden scheint, als kleine Kinder und was der Gemeinheit wie der Pöbelhaftigkeit zugehört.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger