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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Siebtes Buch

Nr. 32

Allein es sey, wie ihr wollt, Ehrung im Weine, sie sey auch im Weihrauch; es mögen durch der Opferthiere Schlachtung der Gottheiten Zornwallungen und Aergernisse besänftigt werden. Lassen sich die Götter nicht auch durch Kränze, durch Kronen und Blumen umstimmen? Auch durch das Erzgetön und Schütteln der Cymbeln? durch Paukenschlagen? auch durch Musikchöre? Was bewirket des Skabells Knarren, daß wenn dasselbe die Gottheiten hören, sie sich für ehrenvoll behandelt betrachten und das heiße Zornverlangen der Vergeßlichkeit anheimgeben? Werden vielleicht, gleich wie man Kinder vom unschicklichen Weinen durch das Geräusch der Klappern abschreckt, auf gleiche Weise die allmächtigen Gottheiten durch der Pfeifen scharfes Getön besänftigt und lassen bei der Zymbeln Schall die aufgeregte Erbitterung fahren? Was sollen ihnen diese Ermunterungen, welche ihr des Morgens singt, begleitet von Pfeifen? Schlafen etwa die Götter, daß sie erweckt werden müssen? Was bedeuten jene Anwünschungen, wohl zu schlafen? [S. 201] Um des Schlafes Ruhe genießen zu können, müssen sie die sanften Lieder hören? Man sagt: Heute ist der Göttermutter Waschung. Die Götter beschmutzen sich nämlich und um die Unreinheit wegzuwischen, ist Wasser wie auch die dazu gehörende Reibung mit alter Asche nothwendig. Morgen findet Jupiters Speisung statt. Jupiter nämlich tafelt und muß mit reichlichen Schüsseln ersättigt werden: denn schon lange übt er Enthaltsamkeit und fastet seit einem Jahre. Aeskulaps Weinlese wird begangen und gefeiert. Die Götter bestellen nämlich die Weinberge und pressen zu ihrem Gebrauch mittelst der verschuldeten Winzer den Wein. An dem nächsten Idus wird die feierliche Kissenbereitung der Ceres angeordnet. Die Götter haben nämlich Betten und damit sie auf dem Polster weicher liegen können, erhöht man es noch mit Kissen. Man feiert der Erde Geburtstag. Die Götter kommen nämlich aus der Gebärmutter hervor und haben ihre Freudentage, von welchen an man ihnen beimißt, daß sie die Lebensluft sich aneigneten.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger