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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Siebtes Buch

Nr. 21

Aber auch dieß schickt sich hier von euch zu vernehmen: wenn man dem Jupiter einen Ziegenbock schlachtet, der gewöhnlicher Weise dem Vater Liber, dem Merkur geopfert wird; oder wenn eine unfruchtbare Kuh, die ihr der Proserpina beilegt, der Unria: durch welchen Ritus und nach welcher Regel wird dieß vorgeschrieben? welches Vergehen wird hierin seyn, welche Uebelthat oder Gottlosigkeit hat man begangen, da der Willfährigkeit Nichts daran liegt, mit welchem Thierhaupte diese Ehrenschuld getilgt werden mag? Man sagt, diese Vermengung sey keine Sünde, und kein kleines Versöhnungsmittel, die Dienste und der Gebräuche Verrichtungen zu mischen. Ich bitte, die Ursache darzuthun. Weil es Recht ist, die Opfer einer gewissen Art gewissen Gottheiten zu weihen, und Pflicht, gewisse heilige Dienste zu leisten? Und abermals, aus welcher Ursache ist es Recht, den Gottheiten die Opfer einer gewissen Art zu weihen und gewisse heilige Dienste, Libationen und Räucherwerke zu leisten? denn auch dieses Recht selbst muß seine Ursache und als aus gewissen Gründen enstanden sich herleiten lassen. Ihr [S. 193] werdet das Alterthum und die Gewohnheit anführen? Da sprecht ihr für mich Menschenanordnungeu und blinder Thiere Erfindungen aus. Ich dagegen, die Aussage der Ursache fordernd, verlange zu vernehmen, ob irgend Etwas vom Himmel herabgefallen sey oder was vielmehr die Sache erheischt, welchen Trieb Jupiter haben mag nach des Stieres Blut, daß ihm derselbe geopfert werden soll, nicht dem Merkur, dem Liber? Oder welche Natur hat der Ziegenbock, daß diesen hinwiederum zugeeignet, er dem Opferdienst des Jupiters nicht angemessen ist? Ward eine Theilung der Thiere unter den Göttern vorgenommen, so stimmt mit dem Vertrag eines Vergleiches doch wohl zusammen, das der Eine sich der Opfer des Anderen enthalte? daß der Andere ablasse die Ansprüche an fremdes Blut sich anzumaßen? Wollen sie wie eifersüchtige Knaben etwa das Kosten ihrer Thiere nicht unter sich theilen? oder gleich wie der Sage nach Völker der verschiedensten Sitten thun, ihre Nahrungsmittel gegenseitig zurückweisen?

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger