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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Siebtes Buch

Nr. 16

Was meint ihr, jener Dampf also, welcher von den Häuten, von den Knochen, von den Borsten, von der Schafwolle und den Hühnerfedern, die man verbrennt, erzeugt wird und hervorkommt, ist eine Gabe und Ehre für den Gott? und dieß wird jenen aufgeopfert, welchen ihr euch, zubereitet derselben Tempel zu betreten, von aller Makel gereinigt, gewaschen und höchst enthaltsam vorstellt? Und was kann für dieselben befleckender, unglückseliger, unfläthiger seyn, als wenn von Natur derselben Sinne dergestalt beschaffen sind, daß sie so Abschreckendes lieben und ihnen solcher Dampf Wollust erregt, welchen weder die Opfernden ertragen, noch die uneingenommene Nase aufnehmen mag? Haltet ihr nun dafür, der Götter Gemüth werde durch der Stiere Blut geehrt und angeregt, warum schlachtet ihr ihnen nicht auch Maulthiere, Elephanten und Esel? warum nicht ferner Hunde, Bären, Füchse, Kamele, Wölfe und Löwen? Und da ihr die Vögel ebenfalls der Zahl der Thiere zusetzt, warum nicht deßgleichen Geier, Adler, Störche, Habichte, Falken, Raben, Sperber, Eulen, sammt Salamandern, Wasserschlangen, Ratten, Blindschleichen? denn auch diese haben Blut und sind auf dieselbe Weise belebt. Was ist bei jenen von größerer Wirksamkeit, was bei diesen weniger geschickt, daß die einen der Götter Würde mehren, die Anderen nicht? Man sagt, weil es angemessen ist, die Himmlischen mit jenen Dingen zu ehren, von welchen wir selbst uns ernähren, erhalten und das Leben fristen, und welche sie für würdig gehalten haben, uns zur Nahrung für ihre Gottheit zuzueignen. Oder auch den Kümmel, die Kresse, die Rübe, die Zwiebelgewächse, den Eppich, die Artischoke, den Rettig, die Kürbisse, die Raute, die Münze, das Basilienkraut, den Poley und Schnittlattich haben dieselben Götter euch zugetheilt und anbefohlen, sie sollten hinsichtlich der Nahrung von euch gebraucht werden. Was unterlaßt ihr [S. 190] dann, auch diese auf den Altären darzubringen und alle jene Dinge mit Wohlgemuth zu überstreuen und die Schärfe der Zwiebeln ihnen beizumischen?

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger