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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Sechstes Buch

Nr. 19

Wohnen die Götter wohl einzeln in den einzelnen Bildnissen im Ganzen oder theilweise und den Gliedmaßen nach abgesondert? denn weder kann ein und derselbe Gott zu gleicher Zeit in mehreren Bildnissen immer seyn, noch wieder in den Theilen durch vermittelnde Sonderung sich getrennt befinden. Setzen wir nämlich, auf dem ganzen Erdkreise wären zehntausend Bildnisse des Vulkans: kann nun, wie gesagt, ein und derselbe zu gleicher Zeit in allen zehntausend seyn? Ich meine nicht. Warum? Weil, was besonderer und eigenthümlicher Natur ist, nicht vermag Vielfaches zu werden mit Bewahrung der Unversehrtheit seiner Natürlichkeit; und dieß vermögen die Götter nicht mehr, haben sie Menschenformen, wie eure Meinung erklärt: denn weder kann die vom Haupte getrennte Hand, nach der vom Leibe gelöste Fuß des ganzen Inbegriff leisten. Oder man muß sagen, die Theile können dasselbe was das Ganze, da es doch nicht zu bestehen vermag, außer durch der Theile Einigung zu Stande gebracht. Behauptet man aber, in sämmtlichen sey ein und derselbe, so geht alle Wahrheit der Ursprünglichkeit und Unversehrtbeit zu Grunde. Wurde dadurch festgesetzt, ein und derselbe könne zu gleicher Zeit in Allen verweilen, so muß man entweder aussagen, jedweder Gott vertheile sich selbst dergestalt, daß er derselbe und doch auch ein Andere sey, nicht durch irgend eine Verschiedenheit gesondert, sondern zugleich er selbst und auch ein Anderer; oder aber, da solches die Natur zurückweist, wegstößt und verachtet, so muß gesagt und zugegeben werden, es seyen unzählbare Vulkane, wollen wir ihn anders in sämtlichen Bildnissen leben und seyn lassen; oder er wird in keinem sich befinden, weil die Natur weigert, daß er in vielen getheilt sey.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger