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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Fünftes Buch

Nr. 35

Endlich, findet ihr es geeignet, so forschen wir mit wiederholter Frage auch wegen diesem bei euch: haltet ihr alle Fabeln von den Göttern, d.h. jede einzelne, durchaus für doppelsinnig und zweideutig, auf veränderliche Weise hin abgefaßt; oder seyd ihr der Meinung, der eine Theil derselben enthalte nichts Zweideutiges, der andere aber sey vieldeutig und durch allegorischer Hülle Ueberwurf verdeckt? Ist nämlich das ganze Gewebe der Erzählung und ihre Folge vom Anfang bis zum Ende durch allegorische Einkleidung abgeschlossen, so erklärt, thut dar, was wir hinsichtlich der einzelnen Dinge, welche jegliche Fabel anführt, unterlegen und an's Licht bringen, was in andere Dinge und Verständnisse übertragen müssen. Wie ihr nämlich zum Beispiel den Jupiter für den Regen, die Ceres für die Erde, für die Libera und den Vater Dis die Versenkung und den Auswurf der Saat verstehen wollt, so geziemt euch zu sagen, was für den Stier, was für der Ceres Unwille und Zorn wir annehmen sollen? was das Wort Brimo, was des bekümmerten Jupiters Flehen bedeute? was die abgeschickten und nicht erhörten Himmlischen? was der kastrirte Widder, was die ausgeschnittenen Hoden desselben? was die durch selbe vollbrachte Genugthuung? was das aus schändlicher Gier mit der Tochter Unternommene? Aehnlich auch was in der anderen Fabel der ennaeische Hain und die Blumen sind? was das dem Aetna entnommene Feuer und die von demselben ergriffenen Fackeln? was das Irren auf dem Erdkreis mit denselben? was das Land Attika, was die eleusinische Ortschaft? was der Baubo Hütte und bäuerische Gastfreundschaft? was der Trank Cyceon bezeichnet? was seine Verschmähung? was die Abscheerung und Enthüllung der Schaam? was dieses Schauens schandvolle Annehmlichkeit und daß durch solche Mittel bereitete Vergessen der Beraubten? [S. 159] Wenn ihr nun für dieß Alles darthut, was durch der Dinge Umänderung unterlegt werden muß, so werden wir euch wegen solcher Versicherung unsern Beifall schenken; wofern ihr aber im einzelnen das Einzelne nicht unterlegen, noch auch einen ganz anderen Zusammenhang der Dinge annehmen könnt, wie beehrt ihr dann mit verdunkelnden Allegorien, was klar ausgesprochen und zum allgemeinen Verständniß offenbaret ist?

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger