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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Drittes Buch

Nr. 29

Und dennoch könnten wir, sey es wie es sey, von euch diese Gesinnungen, ganz voll von unfrommen Erdichtungen annehmen, wenn ihr nicht so Vieles von den Göttern dermaßend Widersprechendes und sich selbst Aufhebendes aussagend, selbst der Seele Zustimmung aufzuhalten nöthigtet, da ihr nämlich behauptet, der Eine gehe dem Anderen an innerem Werthe [S. 111] vor; da ihr die Götter selbst, die ihr vermuthet, leugnet, oder andere, deren Seyn nicht offenkundig ist, erhebt; da ihr Jeder anders von denselben Dingen sprecht, und auch eine Unzahl zusammenschreibt, da die menschliche Uebereinstimung immer nur einzelne angenommen hat. Wir beginnen also auf gewöhnliche Weise mit Janus, auch unserm Vater, den Einige aus euch als Weltall, Andere als Jahr und Manche als Sonne angeben. Nehmen wir an, dieß sey wahr, so folgt die nothwendige Annahme, niemals sey ein Janus gewesen, von dem man erzählt, gezeugt durch den Himmel mit Hekate habe er zuerst in Italien geherrscht, die Stadt Janikulus gegründet; Vater des Fontus, Eidam des Vulturnus, Mann der Juturna; und dergestalt wird von euch dem der Name eines Gottes getilgt, den ihr in sämmtlichen Anrufungen voranstellt und von dem ihr glaubt, er bahne euch den Weg zur Erhörung der Götter. Ferner aber, ist Janus das Jahr, so kann er auch so kein Gott seyn: denn wem ist unbewußt, das Jahr sey eine bestimmte Umgrenzung der Zeit, und was durch Zählung der Räume, Monate und Tage beschlossen ist, habe keine göttliche Kraft? Was auch aus nicht unähnlichem Grund auf Saturnus übergetragen werden mag: denn wenn, wie die Erklärer des Griechischen sagen, mit diesem Namen die Zeit bezeichnet wird, so daß χρονος Kronos ist, dann giebt es kein göttliches Wesen Saturn: denn wer ist dergestalt einfältig zu sagen, die Zeit sey ein Gott, welche das Maaß eines bestimmten Raumes in fortdauernder Reihe ist? Und hierdurch wird auch dieser der Ordnung der Himmlischen entnommen, den das Alterthum als vom Vater Himmel erzeugt, als Urheber der großen Götter, als Weinpflanzer, als Sichelträger der Nachwelt übergab.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger