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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Zweites Buch

Nr. 62

Oder weder dieß beschleiche oder verlocke euch mit heftiger Hoffnung, daß von manchem Naseweiß und gar Arroganten behauptet wird: [S. 89] zu Gott seyen sie geschaffen und nicht den Gesetzen des Fatums unterworfen. Hätten sie das Leben genauer vollbracht, so stehe ihnen desselben Wohnsitz offen, und nach dem Tode des Menschen kehrten sie, ohne von irgend Jemand abgehalten zu werden, gleichsam in das väterliche Haus zurück. Noch daß die Magier verheißen, Empfehlungsgebete zu besitzen, durch welche erweicht, ich weiß nicht was für Mächte, den zum Himmel aufzufliegen sich Mühenden die Wege bahnen; noch daß Etrurien in den acherontischen Büchern verspricht, durch das Blut gewisser Thiere, gewissen Gottheiten dargebracht, würden die Seelen göttlicher Natur theilhaftig und den Gesetzen der Sterblichkeit entnommen. Diese Schmeicheleien und Nahrungsstoffe nichtiger Wünsche sind vergeblich. Kein Anderer als Gott der Allmächtige kann die Seelen bewahren; und überdieß kann Niemand sie fortlebend machen und das Vermögen der ununterbrochenen Fortdauer ihnen aneignen, als der allein unsterblich und immer fortdauernd durch keiner Zeit Raum begränzt ist: denn insofern alle Götter, sind sie wahrhaftig oder werden sie durch das Gerücht und die Meinung als solche ausgesagt, nur durch seinen Willen und die Gabe seiner Güte unsterblich und immer fortdauernd sind, wie vermag zu geschehen, daß sie im Stande sind, was sie selbst, zu gewähren, da sie es doch als etwas Fremdes und von höherer Macht gestattetes besitzen? Mag Etrurien so große Opfer, als es nur will, schlachten; mögen die Weisen sich alles Menschliche versagen; mögen die Magier sämmtliche Mächte erweichen und liebkosen: wenn den Seelen, was die Vernunft fordert, und dieß zwar mittelst Befehl der Herr aller Dinge nicht gegeben hat, so wird ihnen nachmals, da die Empfindung des Untergangs heranzukommen beginnt, sehr mißfallen, zum Gespött gedient zu haben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger