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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Zweites Buch

Nr. 59

[S. 87] Ist gegenwärtig, was zu wissen beliebt, und liegt der Dinge Wissenschaft offen vor, so erklärt und sprecht, auf welche Weise und welchenen Gründen zufolge entsteht der Regen, so daß in den oberen Theilen und inmitten der Luft das Wasser aufgehangen dauert, ein seiner Natur nach hinfälliges Ding, zum Fließen und Herabstürzen immer so bereit? Erklärt, sage ich, und sprecht, was den Hagel zusammendreht? was den Regen trofpenweise herabfallen macht? was die Winterregen, den flockigen Schnee und die Blitze ausgebreitet? woher der Wind kommt und was er ist? warum der Jahreszeiten Wechsel, da nur eine angeordnet werden und nur eine Weise des Himmels seyn konnte, bestimmt worden, so als ob Nichts der Dinge Vollständigkeit bedurfte? Was ist die Ursache, was der Grund, daß das Meer salzig, daß die Erde bald süß, bald bitter oder frostig ist? Aus welchem Stoffe sind der menschlichen Körper Bestandtheile verdichtet und befestigt? woher die Festigkeit der Knochen? was macht die Eingeweide, was die Adern? Warum sind wir, da es doch nützlicher war wegen der Gefahr der Blindheit uns mit mehreren Augen zu erleuchten, nur mit zwei für die Noth versehen worden? Um welcher Ursache willen sind so unendliche und unzählbare Geschlechter wilder Thiere und Schlangen theils gebildet, theils fortgepflanzt worden? Was thun die Uhus, die Geier, die Habichte in der Welt? was die Vögel und das übrige Geflügel? was die verschiedenen Arten der Ameisen und Würmer, erzeugt zu mannigfaltigem Verderben und Unglück? was die Flöhe, was die unverschämten Fliegen, Spinnen, Spitzmäuse, Feldmäuse, Blutigel, Schnacken? was die Dornen, die Stacheln, der Lolch und wilde Haber? was die angenehm oder übel riechenden Samen der Kräuter und Gesträuche? Ja, wenn ihr meint, man könne irgend Etwas wissen oder begreifen, so saget an, was der Weizen sey; was der Spelt, die Gerste, die Hirse, die Erbse, die Bohne, die Linse, die Melone, der Kümmel, der Lauch, der Knoblauch, die Zwiebel? Denn sind sie euch zum Nutzen und zur gewöhnlichen Speise bestimmt, ist nicht offenbar und augenscheinlich, daß ihr wißt, was jedes Einzelne sey, warum auf solche Weise geformt worden? Mußten sie nicht nothwendig anderen Geschmack, anderen Geruch, andere Farbe, als die einzelnen Dinge haben, erhalten, oder konnten sie auch andere annehmen? Aus welchen Gründen endlich leiten diese selbst, was sie sind, her: ich sage der Geschmack, daß er Geschmack ist, und die übrigen Unterschiede der Qualitäten? Aus den Elementen, antwortet ihr, und aus der Dinge Uranfängen. So sind denn die Elemente bitter oder süß; sie haben irgend einen Wohlgeruch oder sind übelriechend, damit wir glauben, durch ihre Verdichtung seyen den werdenden Dingen die Qualitäten mitgetheilt worden, welchen zufolge entweder das Angenehme entsteht, oder das die Sinne Beleidigende verursacht wird.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger