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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Zweites Buch

Nr. 55

Da wir überwunden, daß die Uebel seyen, zugestanden und namentlich bemerkt haben, daß die ganze Menschheit derselben voll sey, so folgt, daß sie fragen, warum also der allmächtige Gott diese Uebel nicht hinwegnimmt, sondern ihr Seyn und beharrliches Fortbestehen durch alle Zeiten hin duldet? Wäre uns Gottes des Herrn und Urgrundes Erkenntniß gegenwärtig und wollten wir uns nicht durch unfrommen Unsinn der Vermuthungen umhertreiben, so müßten wir antworten, dieß sey uns unbewußt; und was keine Kräfte erfassen könnten, hätten wir nicht entwickelt oder uns zu erkennen bestrebt, indem wir für besser hielten, vielmehr innerhalb der Gränzen der Unwissenheit und Nichterkenntniß zu verbleiben, als auszusagen, ohne Gott geschähe Nichts, nämlich ohne seinen Willen, so daß man zugleich unterscheiden könnte, Er gäbe den Uebeln die Veranlassung, wie auch, Er sey des unzählbaren Elendes Urheber. Woher also, sagt ihr, sind alle diese Uebel? Die Weisen sagen, aus den Elementen und ihrer Ungleichheit. Wie geschehen kann, daß man, was der Vernunft und Urtheilskraft ermangelt, für boshaft und schädlich halten mag; und daß nicht vielmehr der boshaft und schädlich sey, welcher die zukünftigen Uebel bei irgend eines Werkes Wirksamkeit sich beigelegt hat: dieß mögen die, welche es behaupten, untersuchen. Was uns bezüglich des Woher betrifft, so hat die Antwort keine Noth: denn können oder vermögen wir es nicht zu sagen, beides gilt uns gleich wenig und wir legen keinen großen Werth eben darauf, dieß nicht zu wissen oder dessen kundig zu seyn; dieß Einzige festgesetzt zu haben zufrieden, daß vom uranfänglichen Gott nichts Schädliches und Verderbliches herkomme. Dieß halten wir fest, dieß wissen wir, in dieser Einen Wahrheit der Erkenntniß und Wissenschaft stehen wir, daß Nichts von Ihm sey, als was Allen heilsam, annehmlich, was übervoll sey von Liebe, Heil und Anmuth; was [S. 85] unendliche und unverwüstliche Genüsse enthalte; was Jeder mit allen seinen Wünschen zu bekommen verlange und was bewege, für verderblich und tödtlich das Außenseyende zu halten.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger