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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Zweites Buch

Nr. 54

Also, spricht Einer, vermag irgend Etwas ohne Gottes Wille zu geschehen? Wir müssen sorgfältig erwägen und mit großer Aufmerkamkeit untersuchen, indem wir dafür halten, durch solchen Einwurf Gott zu ehren, nicht in das entgegengesetzte Unrecht zu verfallen und seiner Majestät Vollkommenheit zu zerstören. Aus welchem Grunde, auf welche Weise? Weil, wenn Alles durch seinen Willen vollbracht wird und ohne seinen Wink kein [S. 84] Ding weder entstehen, noch zu Grunde gehen kann, nothwendig die Erkenntniß folgt, auch alle Uebel entstünden durch seinen Willen. Wollten wir aber dagegen sagen, die Ursachen des Bösen von Ihm entfernend, Er sey des Bösen wohl bewußt, aber nicht desselben Hervorbringer, dann fangen die bösen Dinge so zu erscheinen an, als ob sie entweder wider seinen Willen, oder, was abscheulich zu sagen ist, ohne sein Wissen, Ihm unbewußt und unbekannt geschähen. Wollten wir aber hinwiederum sagen, es gebe keine Uebel, wie wir finden, und Einige gemeint und für gut befunden haben, so werden gesammte Völker und alle Nationen laut widersprechen, uns ihre Qualen aufweisend und die mannigfaltigen Arten von Gefahren, welche das Menschengeschlecht in jedem Augenblick peinigen und zu Grunde richten. Dann werden sie von uns erforschen, warum, wenn es keine Uebel giebt, ihr euch gewisser Werke und Handlungen enthaltet? weßhalb ihr nicht Alles, was die ungestüme Begierlichkeit heischt und befiehlt, thut? weswegen ihr endlich wider die Verbrechen in abschreckenden Gesetzen Strafen verhängt? Denn kann man eine nichtigere Thorheit auffinden, als behaupten, es gäbe keine Uebel, um gleich Uebeltätern die Fehlenden zu verderben und zu verdammen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger