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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Zweites Buch

Nr. 52

Und damit ihr nicht etwa meint, nur euch sey erlaubt sich der Muthmaßungen und Vermuthungen zu bedienen, auch wir können dasselbe, weil nämlich was ihr auszusagen befragt, etwas gemeinsames ist. Ihr sagt: Woher sind die Menschen und was oder woher sind derselben Menschen [S. 83] Seelen? Woher sind die Elephanten, die Stiere, die Hirsche, die Maulthiere, die Esel? Woher die Löwen, die Pferde, die Hunde, die Wölfe, die Panther; und was oder woher sind die Seelen derer die leben? denn weder verdient Glauben, daß aus jenem platonischen Krater, welchen Timaeos (S. 41 Stephan.) anfertigt und mischt, die Seelen herkamen, noch mag man glauben, die Heuschrecke, die Maus, die Spitzmaus, die Motte, der Frosch, der Tausendfuß seyen deßhalb beseelt und lebten, weil ihnen durch die Elemente selbst Veranlassung und Anfang wurde zu entstehen? wofern zur Erzeugung der Thiere, die in jedem einzelnen leben, geheime und verborgene Ursachen bei ihnen sich finden: denn wir bemerken auch, daß unter den Weisen die Einen sagen, die Erde sey der Menschen Mutter, Andere, das Wasser mit ihr, welchen Andere den Aether verbinden; einige aber, die Sonne sey derselben Werkmeisterin und durch die belebende Erregung aus ihrem Feuer werde das Belebte bewegt. Wenn nun auch dieß nicht stattfindet, sondern irgend ein anderes Ding, eine andere Ursache, eine andere Art, eine andere Macht endlich, uns unerhört und unbekannten Namens, hat das Menschengeschlecht gebildet und der Einrichtung der Dinge beigefügt; kann nicht möglich seyn, daß also die Menschen entstanden sind und ihrer Erschaffung Veranlassung nicht auf den ersten Gott sich beziehet? Welchen Grund mag wohl jener große, fromm und unbescholten weise Platon gehabt haben, da er des Menschen Bildung vom höchsten Gott entfernte und was weiß ich welchen Geringeren übertrug; da er nicht wollte, daß dessen Unversehrtheit des Menschengeschlechtes Seelen hervorbrachte, welches dieses Weltalls Seele gemacht; als daß er dafür hielt, des Menschen Bildung sey Gottes unwürdig und die Hervorbringung eines schwachen Dinges komme seiner Größe und Vollkommenheit nicht zu.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger