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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Zweites Buch

Nr. 36

Allein man hält die Götter für unsterblich. Nicht der Natur nach also, sondern durch Gottvaters Wille und Geschenk. Ist auf diese Weise folglich die Spende der Unsterblichkeit gewiß für die geschaffenen eine Gabe Gottes, so wird Er auch die Seelen auf diese Weise mit der Unsterblichkeit zu begaben sich würdigen, obschon, wie erscheint, dieselben der gewaltige Tod hinwegraffen und die zum Nichts zurückgeführten durch unwiederbringliche [S. 75] Vernichtung tilgen kann. Jener göttliche Platon, vieles was Gott würdig und der Menge Ungewöhnliches sinnend, sagt in dem Gespräch, welches Timaeos überschrieben ist (S. 41 Stephan.), die Götter, wie auch die Welt, seyen vergänglicher Natur, und durchaus Nichts sey von der Auflösung frei; aber durch Gottes des Herrn und Schöpfers Wille werde Alles in fortdauerndem Verbande zusammengehalten: denn was auf gehörige Weise gebunden und mittelst höchst vollkommener Knoten zusammengeknüpft ist, das werde durch Gottes Güte erhalten und von keinem Andern, als der es gebunden, entweder gelöst, wenn der Zweck es verlangt, oder mit der heilbringenden Bindung begabt. Verhält sich die Sache also dergestalt und ist Anderes zu meinen oder zu glauben unpaßlich, warum verwundert ihr euch dann, daß wir die Seelen als mittlerer Qualität aussagen; da ja Platon behauptet, die göttlichen Wesen selbst seyen Mittelnaturen, die jedoch das andauernde und unverderbliche Leben durch die Güte des obersten Herrn sich aneignen. Wißt ihr dieß etwa nicht, und war euch um der Sache Neuheit dieselbe vordem unbekannt, so nehmt sie spät hin und lernet von dem der weiß und durch Christus öffentlich bekannt machen ließ, nicht seyen die Seelen Töchter des höchsten Herrn, noch hätten sie als von Ihm, wie man sagt, erzeugt sich zu erkennen und als von seiner Wesenheit sich zu rühmen angefangen; sondern irgend ein anderer Erschaffer komme ihnen zu, an Würde und Macht um viele Stufen genugsam vom obersten Herrn verschieden; doch edel, gemäß dem Sitz und der Erhabenheit seiner Entstehung.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger