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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Erstes Buch

Nr. 64

Was also treibt euch an, was ermuntert euch, dem Vorwürfe zu machen, mit dem in unversöhnlicher Feindlichkeit zu streiten, den Niemand irgend einer Uebelthat als schuldig überführen, zeugen kann? Eure Tyrannen und Könige, die mit Verachtung der Götterfurcht die Tempelgaben raubten und plünderten; die durch Proskriptionen, Verbannungen, Hinrichtungen die Städte ihres Adels entblößten; die der Matronen und Jungfrauen Keuschheit mit zügelloser Gewalt vernichteten, die nennt ihr einheimische und himmlische Götter; und die ihr schicklicher mit heftigerm Haß vernichten solltet, die ehret ihr durch Kissenbereitungen, Altäre, Tempel und sonstigen Dienst, durch die Feier von Spielen und Geburtsfesten. Wie auch Alle jene, die durch manichfaltige Schriften mit fluchwürdigen Zähnen die öffentliche Zucht zerreißen; die durch Ueppigkeit noch dazu eure Lebensweise zerschneiden, verbrennen, zerfleischen; die ihrer Zeit Schändlichkeit den Nachkommen durch der Schriften Fortdauer aufdecken; die der Ehe Gemeinschaft überreden; die mit schönen, üppigen, entblößten Knaben zusammenliegen; die euch für Vieh, für Entlaufene, für Verbannte, für Sklaven der schlechtesten Sorte, für Rasende und [S. 54] Unsinnige aussagen: die erhebt ihr bewundernd, Beifall klatschend hoch zu den Sternen; hinterlegt ihr in den Schränken der Bibliotheken; beschenkt ihr mit Viergespannen und Bildsäulen; begabt ihr nach Kräften gleichsam mit einer gewissen Ewigkeit durch das Zeugniß unsterblicher Inschriften. Nur Christus allein wollt ihr zerreißen, zerfleischen, wofern ihr das, da Er Gott ist, vermögt; ja Ihn allein, wofern es frei steht, nach Art der wilden Thiere, mit bluttriefendem Munde, mit zermalmten Knochen hinterschlucken. Um welches Vergehens willen, frage ich, saget an; ob welcher Sünde Schuld? was hat Er verübt, das den Bestand seiner Rechtlichkeit geändert, euch mit wüthenden Stacheln zum wilden Haß erregte? Weil Er sich als den vom alleinigen Herrn gesandten Beschützer eurer Seelen offenbarte? als den Bringer der Unsterblichkeit, die ihr zu besitzen vertrautet, beredet durch weniger Menschen Betheuerung? War euch aber gewiß, Er habe Unwahres ausgesagt, auch die nichtigsten Hoffnungen verheißen; so finde ich keinen Grund darin, weßhalb ihr Ihn hassen, warum ihr Ihn mit feindseligem Tadel verdammen mußtet. Ja, wäre euer Herz sanft und milde gewesen, schon um deßwillen allein mußtet ihr Ihn als wahr annehmen, weil er euch Wünschenswerthes und Beglückendes versprach; weil Er der Bote guter Zustände war; weil er, was keines Herz betrübte, offenbarte; ja vielmehr was mit zuversichtlicherer Erwartung sättigte.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger