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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Erstes Buch

Nr. 49

Und weil ihr die Wohlthaten der Gesundheit, welche andere Götter gegeben, mit denen Christi vergleicht, nun, wie viele laufende Krüppel sollen wir euch vorführen; wie viele mit Aussatz Behaftete, die niemals irgend [S. 46] eine Medizin empfangen haben, obschon sie stehend alle Tempel besuchten, vor der Götter Antlitz sich niederwarfen, die Schwellen selbst mit Küssen fegten; obschon sie den Aeskulap, den Spender der Gesundheit, wie man sagt, so lange ihr Leben dauerte, sowohl durch Bittgebete plagten, als mittelst der kläglichsten Gelübde anlockten? Wissen wir nicht, daß Andere, mit sammt ihren Uebeln gestorben, daß Andere unter der Pein ihrer Gebrechen gealtert, daß wieder Andere erst dann in größere Gefahr gerathen sind, als sie Tag und Nacht in anhaltendem Flehen, in Erwartung der Barmherzigkeit zugebracht hatten. Was nützt also, Einen oder den Andern etwa geheilt darzustellen, da so vielen Tausenden Niemand zu Hülfe kommt und alle Tempelhallen voll Elender und Unglücklicher sind. Außer ihr behauptet etwa, die Götter verliehen den Guten Kraft, der Uebel Elend zu verachten. Christus aber kommt den Guten wie den Bösen gleichmäßig zu Hülfe; Keiner ward von ihm zurückgestoßen, der in bedrängten Zuständen Hülfe wider Anfall und Verletzung seines Wohlbefindens forderte: denn das ist dem wahren Gotte und der königlichen Machtvollkommenheit eigenthümlich, Keinem die Güte zu weigern, und dem der es verdient, am wenigsten zuzurechnen: insofern die natürliche Schwachheit den Menschen zum Sünder macht, nicht des Willens oder der Untersuchung Wahl. Sagen jedoch, den der Schuld wegen Geplagten helfen die Götter, heißt die Sache zur Untersuchung vorlegen und seine Behauptung zweifelhaft machen; so daß auch der gesund Geborene zufällig als gerettet konnte angesehen werden, und daß man dafür hielte, der es nicht sey, habe nicht um seiner Schuld willen, sondern des göttlichen Unvermögens wegen das Uebel nicht entfernen können.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger