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Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)
Erstes Buch

Nr. 36

Nicht um deßwillen, sagt man, sind euch die Götter feindselig, weil ihr den allmächtigen Gott verehret, sondern weil ihr einen geborenen, und was selbst niederen Personen schimpflich ist, am Kreuze getödteten Menschen für Gott ausgebet, ihn auch gegenwärtig glaubt und in täglichen Gebeten verehret. Wenn es euch, Freunde, erfreulich ist, so offenbaret, wer denn diese Götter sind, welche glauben, unsere Verehrung Christi gereiche ihnen zum Schimpf. Janus, der Anbauer des Janikulus, und Saturnus, der Gründer der Stadt Saturnia; Fauna Fatua, des Faunus Frau, die gute Göttin genannt, aber im Weingenuß die bessere und lobwürdigere. Jene Indigeten, welche im Flusse herumkriechen und an des Numikus Ufern mit Fröschen und Fischen leben. Aeskulap und Vater Liber, jener von der Koronis geboren, dieser durch den Blitz dem Mutterschooß entrissen. Merkur, den die Maja, und was noch göttlicher ist, die glänzende empfangen und geboren hat. Die bogenführenden Diana und Apollo, auf der Flucht von der Mutter herumgeschleppt und kaum auf der irrenden Insel gesichert. Die dionische Venus, des troischen Mannes Frau und der eigenen Reize Feilbieterin. Die im Lande Trinakria geborene Ceres und die während des Blumenpflückens geraubte Proserpina. Der thebanische oder tyrische Herkules, dieser in Hispanien begraben, jener auf dem Oeta von den Flammen verzehrt. Die tyndarischen Kastoren, deren der eine nur Pferde zu bändigen gewohnt, der andere ein guter Faustfechter, unüberwindlich mit rohem Cestus war. Die Titanen und maurischen Bocchores; die Eiern entsproßten syrischen Gottheiten. Apis im Peloponnes geboren und in Ägypten Serapis genannt. Isis, von äthiopischer Sonne geschwärzt, die ihren verlorenen Sohn und zerstückten Gemahl betrauert. Uebergehen wir der Ops tugendsame Nachkomschaft, von der eure Schriftsteller euch Wißbegierigen in ihren Büchern erzählen. Diese also hören mit zerrissenen Ohren, daß man Christus verehrt, daß wir Ihn bekennen und für eine Gottheit halten? und vergessen des Looses kurz vorher wollen sie, was desselben Beschaffenheit nach ihnen zugetheilt worden, den Anderen nicht mittheilen? Ist das der Himmlischen Gerechtigkeit? das der Götter heiliges Urtheil? Ist das nicht Neid und Geiz, eine [S. 40] gewisse schmutzige Mißgunst, seinen Glückszustand nur bloß allein zeigen wollen, durch den Anderer aber bedrückt und niedergeschlagen werden?

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger