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Franz Anton von Bernard, Einleitung. In: Des Afrikaner's Arnobius sieben Bücher wider die Heiden. Aus dem Lateinischen übersetzt und erläutert von Franz Anton von Bernard, Landshut 1842.
Einleitung

Vorwort

2.

Die Gallikanischen Martyrologien, durchgängig nicht Urkunden, sondern nach Verlauf von einigen Jahrhunderten durchgängig erst aufgeschriebene Sagen, melden in Verbindung mit den alten Denkmälern des christlichen Galliens von Verfolgungen, die Maximian durch den Rictiovarus gegen die Christen vollstrecken habe lassen. Was an sich keine Unwahrscheinlichkeit: denn Christenverfolgungen, ohnehin so ganz im Geiste der römischen Staatsverwaltung gegründet, wurden gewiß sehr bereitwillig von einem Manne so rohen Charakters geboten, wie Maximian war; doch scheint die Verfolgung in Gallien nicht den Grad von Härte und Unmenschlichkeit erreicht zu haben, daß sie außerhalb der Provinz Aufsehen machen oder doch bekannt werden konnte. Wenigstens muß Eusebios, der in der Darstellung der diokletianischen Verfolgung so ausführlich ist, von dieser Nichts erfahren haben: denn er thut derselben durchaus keine Meldung. Ob Maximian dann in Italien verfolgt habe, ist ungewiß: denn die italienischen Legenden dieser Zeit sind unzuverlässig. Der rohe, blutdürstige, dem heidnischen Aberglauben blind ergebene Galerius aber, in Illyrikum hausend, gab seinem Christenhaß wenigstens in sofern nach, daß er die Gläubigen verfolgte, welche an seinem Hoflager und im Heere in höhern Graden dienten. Doch war diese Verfolgung noch unbebeutend: denn er mußte sich bei seiner Abhängigkeit von Diokletian auf Gewalt gegen Einzelne beschränken und nur Wenige starben damals als Mätyrer, bis auch der Oberkaiser eine feindseligere Haltung gegen die Christen annahm; und Diokletian konnte seiner ganzen Gesinnung wie Geistesrichtung nach einer Religion nicht günstig seyn, welche ihren Bekennern weder unbedingten Gehorsam gegen den kaiserlichen Despotismus, noch Anerkennung der auf dem Throne zu Nikomedien sitzenden Gottheit gestattete. Zur Wiederherstellung des römischem Reiches in seinem alten Glanze schien ihm die Erhaltung der Staatsreligion unentbehrlich. Seine Ansicht sprach er im Jahre 296 schon in einem Edikt gegen die Manichäer aus, erklärend: Es sey das größte Verbrechen, in Frage zu stellen, was die Alten einmal festgestellt und entschieden, was der Staatsordnung Bestandtheil geworden und in wohlbegründetem Besitze sich befinde. Dennoch unternahm er achtzehn Jahre lang Nichts gegen die Kirche: denn wohl sah er, daß die frühern Verfolgungen, weit entfernt, die Christengemeinde aufzulösen, dieselbe vielmehr nur befestigt hatten; daß bei täglich zunehmender Ausbreitung der Gemeinde ein Zerstörungsversuch Ströme Blutes kosten, die Erreichung der Absicht aber doch noch ungewiß seyn würde: denn die Kirche zählte bereits die Beßten, Edelsten aller Stände in ihrer Mitte, und fuhr sie noch längere Zeit fort, dem Heidenthum seine Anhänger in so großer, wachsender Menge zu entziehen, so schien für dieses der Zeitpunkt seines gänzlichen Zerfallens nicht mehr sehr ferne. Diokletian's eigene Gemahlin Priska und seine Tochter Valeria waren gläubig. Angesehene Männer des Hofes, wie Dorotheus und Gorgonius, Beamte und Staatsmänner des ersten Ranges bekannten sich offen zum neuen Glauben. Die alten Bethäuser waren zu enge geworden, in allen Städten wurden neue geräumige Kirchen erbaut. Selbst die heidnischen Statthalter und Beamten erwiesen den Bischöfen Achtung, an Ehrfurcht grenzende Aufmerksamkeit. Aber die lange Ruhe und Sicherheit hatte wieder, wie ehemals vor des Decius Verfolgung, mancherlei Uebel und Mißbräuche erzeugt. Unberufene hatten sich in Menge in die Kirche eingeschlichen, seit der Eintritt in dieselbe nicht nur für gefahrlos, sondern auch wegen der den Bürftigen so leicht von ihren Glaubensgenossen gespendeten Hilfe für vortheilhaft gehalten wurde. Eusebios klagt über Trägheit und [S. 4] Heuchelei, über Streitigkeiten der Bischöfe und Zwietracht der Gemeinden. (Hist. ecel. VIII. 1.)

 

 

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Einleitung zu:
Gegen die Heiden (Adversus Nationes) (Arnobius major (um 303-305))

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger