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Origenes († 253/54) - Über die Grundlehren der Glaubenswissenschaft (De principiis)

Zweites Buch.

Erster Abschnitt. Von der Welt.

1.

Zwar haben wir im ersten Buche im Allgemeinen von der Welt und Weltordnung gesprochen; doch ist noch über die Welt, an sich betrachtet, über deren Anfang und Ende und über das, was innerhalb dieser Grenzen durch die göttliche Vorsehung geordnet ist, sowie 1 über das, was vor ihr war und nach ihr seyn wird, einiges zu bemerken. Vorerst lehrt die Anschauung, daß jeder Zustand derselben, sofern er wandelbar und mannigfaltig ist, nicht allein aus vernünftigen und göttlichern Naturen und mancherlei Körpern besteht, sondern ebensowohl aus stummen Thieren, dem Wild, dem Raubthier, [S. 83] dem Vieh, den Vögeln und den Wasserthieren; hernach aus verschiedenen Räumen, dem des Himmels nehmlich, und dem der Erde und des Meeres, und dem mittleren, dem Luftraum; endlich aus den Gewächsen der Erde. Bei dieser Mannigfaltigkeit 2 der Welt, und bei dieser großen Verschiedenheit der vernünftigen Wesen, um deren willen die ganze übrige Mannigfaltigkeit ist, 3 welche andere Ursache ihres Bestehens (zumal, wenn wir auf das endliche Ziel sehen, zu dem nach der Erörterung im 1. Buche Alles Zerspaltene wieder zurückgeführt werden soll), ist wohl anzunehmen, als die Mannigfaltigkeit des Abfalls derer, die auf verschiedene Weise der ursprünglichen Einheit sich entwandt und in ihrer Abwendung von jenem Urzustand des Guten das Eine und untheilbare Gute durch die Verschiedenheit der Willensrichtung in verschiedene Charaktere 4 zerspalten haben.

1: Rufin hat „seu.“ Dieß paßte nur zu der Lesart der frühern Ausgaben „ad terminum ac finem“, wofür Rue aus den Msc. inter initium ac finem restituirt hat: dieß aber ist dem folgenden entgegengesetzt. Allein η muß nicht gerade sive heißen. Or. gebraucht es öfters für „und auch.“ Mit dem Vor und Nach beschäftigt sich besonders Cap. 2. 10. und 11.
2: ουτωδη ποικιλωτατου bis της εναδος απορρεοντων, bei Justin. Ad Men.
3: Dieser Zwischensatz steht nur bei Rufin. Just. ließ ihn vielleicht aus als unwesentlich, so wie er die Parenthese: Zumal wenn &c. weglassen mußte, weil er in Excerpten sich nicht auf etwas Früheres beziehen konnte, was er nicht hat. Verdächtig, als Interpolation sind die beiden Sätze nicht; letzterer um so weniger, als ein „caute lege“ dabei steht (wahrscheinl. schon in den Manusc.). Ueber die Wiederholungen des Or., welche nun noch öfter vorkommen werden, sagt Rufin in der Vorr. zu L.III. „brevitatis gratia aliqua ex his resecare commodum duxi;“ was ihm wohl zu glauben ist, wenn man die Weitläufigkeit der griech. Väter kennt.
4: mentium qualitates (ποιοτητας). Justin, hat zwar auch diesen letzten Satz nicht, allein schon um dieser bisher ungebrauchten Redensart willen kann ich ihn nicht für rufinische Ausschmückung halten.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger