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Origenes († 253/54) - Über die Grundlehren der Glaubenswissenschaft (De principiis)
Vorrede.

2.

Weil jedoch viele Christusbekenner nicht bloß in unwichtigen Dingen, sondern in sehr wesentlichen Punkten nicht übereinstimmen, über Gott, über den Herrn Jesum Christum, oder über den heiligen Geist, jedoch nicht über diese allein, sondern auch über gewisse erschaffene Geister, 1 theils Himmels-Fürsten, theils heilige Mächte, wie über Gewalten und göttliche Kräfte, so schien es mir nothwendig, vorerst für diese im Einzelnen sichere Grenzen und Grundsätze zu bestimmen; sodann auch über Anderes Untersuchungen anzustellen.
Ich bin bei den mancherlei Vorspiegelungen von Wahrheit unter Griechen und Ausländern ganz davon abgestanden, sie bei Solchen zu suchen, die sie durch falsche Voraussetzungen begründen wollen: weil ich erkannt habe, daß Christus der Sohn Gottes und von ihm allein die Wahrheit zu erkennen [S. 3] und so ist auch da, wo so Viele meinen, das Aechtchristliche zu haben, und doch großentheils von den Früheren gänzlich abweichen, daneben auch die ursprüngliche Lehre, wie sie von den Aposteln überliefert wurde und noch in den Kirchen gilt, bewahrt worden ist, nur das als Wahrheit anzuerkennen, was in keinem Punkte dieser Urlehre widerspricht. 2

1: Wir haben hier getreue Uebersetzung von Rufin: et de aliis creaturis. Er hat übersehen, daß dieses aliis wenigstens den heiligen Geist auch zu einer Creatur macht, was Origenes hier nicht will. Im Griech. war dafür αλλος, in der Zusammenfügung αλλα και περι αλλων κτισεων, ein nicht seltener Pleonasmus.
2: Man glaubt einen Canon des tridentinischen Concils zu lesen in dem, was Rufin gibt: cum multi — servetur vero ecclesiastica, praedicatio, per successionis ordinem ab apostolis tradita, et usque ad praesens in ecclesiis permanens: illa sola credenda est veritas, quae in nullo ab ecclesiastica discordat traditione. Die Msc. haben nach de la Rue: ab ecclesiastica et apostolica traditione; es kommt übrigens hier auf einen orthodoxen Ausdruck mehr oder weniger nicht an; wie der Satz oben gegeben ist, genügt er dem Zusammenhang und in Jerem. hom. I, 7. Μαρτυρας δει λαβειν τας γραφας und π. Α. IV, 1, 1. Man sieht aus dem Wechsel von κηρυγμα und παραδοσις in dieser Stelle(praedicatio — traditio, Ruf.), daß beides „Lehre“ bedeutet, wie es auch bei Clemens vorkommt (Strom. 1, 11. wo er die παραδοσις των ανθρωπων. Col. 2, 8. als λογικη τερθρια (subtile Vernunftlehre) erklärt und weiter unten ihr eine φιλοσοφια κατα θειαν παραδοσιν entgegensetzt; auch Str. VII, 16. wo er die Kirchenlehre so sehr vertheidigt, kennt er eine παραδοσις εκκλησιαστικη nur im Gegensatz zu δοξαις (Lehrmeinungen) αιρεσεων ανθρωπινων; noch ganz im N. T. Sinne von παραδιδωμι. Auch verräth Rufin den eigentlichen Sinn des „ecclesiastica“, indem ihm ein seiner Absicht nicht günstiger Plural „in ecclesiis,“ entschlüpft.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger