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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Kirchengeschichte (Historia Ecclesiastica)
Fünftes Buch

7. Kap. Wunder, welche bis zu jener Zeit durch die Gläubigen gewirkt wurden.

7. Übereinstimmend mit der Darstellung, die wir oben1 gegeben, hat Irenäus in seiner aus fünf Büchern bestehenden Schrift „Entlarvung und Widerlegung der fälschlich sog. Wissenschaft“2 diese Dinge berichtet. Im zwei- [S. 228] ten Buche der gleichen Schrift teilt er mit, daß es bis zu seiner Zeit noch in manchen Kirchen göttliche Wunder gegeben habe. Er sagt:3 „Nicht haben (die Häretiker) die Kraft, in gleicher Weise einen Toten zu erwecken, wie der Herr sie erweckt hat oder wie es die Apostel getan haben durch ihr Gebet oder wie es oftmals in der Gemeinde der Brüder geschah, wo dann, wenn aus wichtigen Gründen die ganze Kirche einer Gegend unter vielen Fasten und Opfern darum gefleht hatte, der Geist des Verstorbenen zurückkehrte und der Mensch den Gebeten der Heiligen geschenkt wurde.“ Sodann erklärt Irenäus:4 „Wenn (die Häretiker) aber einwenden sollten, daß auch die Taten des Herrn nur Gaukelei gewesen, dann wollen wir sie auf die Worte der Propheten verweisen und aus ihnen zeigen, daß über ihn alles so vorausgesagt wurde, wie es tatsächlich geschehen ist, und daß er allein der Sohn Gottes ist. Daher wirken auch seine wahren Jünger, die von ihm die Gnade empfangen haben, in seinem Namen zum Wohle der übrigen Menschen, entsprechend der Gabe, die der Einzelne von ihm erhalten hat. Die einen von ihnen treiben wirklich und wahrhaft Teufel aus, so daß oftmals diejenigen, welche von den bösen Geistern gereinigt wurden, den Glauben annahmen und nun zur Kirche gehören. Andere wiederum erkennen die Zukunft und besitzen die Gaben des prophetischen Schauens und Redens, wieder andere heilen die Kranken durch Handauflegung und machen sie gesund. Selbst Tote sind, wie wir erwähnten, bereits erweckt worden, um noch mehrere Jahre unter uns zu weilen. Wer vermöchte die Gnadengaben aufzuzählen, welche die Kirche auf der ganzen Erde von Gott empfangen hat und im Namen Jesu Christi, der unter Pontius Pilatus gekreuzigt worden ist, tagtäglich zum Segen der Völker wirkt und durch welche sie niemanden betrügt und sich selbst nicht bereichert? Wie sie dieselben unentgeltlich von Gott empfangen hat, verwaltet sie die- [S. 229] selben auch unentgeltlich.“ An anderer Stelle schreibt Irenäus:5 „Wie wir hören, besitzen viele Brüder der Kirche prophetische Gaben, sprechen durch den Geist in vielen Sprachen, offenbaren das Verborgene zum Nutzen der Menschen und verkünden die Geheimnisse Gottes.“ So viel über die Tatsache, daß sich noch bis zu den erwähnten Zeiten bei denen, die würdig waren, die Auszeichnung, Wunder zu wirken, erhalten hat.

1: III 13. 15. 34 (S. 121. 122.144).
2: So (Ἔλεγχος καὶ ἀνατροπὴ τῆς ψευδωνύμου γνώσεως) lautet der Titel der gewöhnlich unter dem Namen „Gegen die Häresien“ bekannten Schrift; vgl. „Gegen die Häresien II praef.; IV praef. 1; V praef.
3: II 31, 2.
4: II 32, 4.
5: V 6, 1.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Kirchengeschichte des Eusebius

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger