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Gregor der Erleuchter - Heilsame Reden und Lehren
X. Ueber die Wohlthat des unveränderlichen, gütigen Willens und Ermahnung zum Guten und zur Zunahme in der wahren Tugend zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit.

12.

Aber mit seinem Lichte kommt er nicht zum Schamlosen und Wilden, denn er wandelt nicht auf dem Wege, welcher zum Leben führt; denn er nimmt nicht auf in das Herz die Ermahnungen der Weisen und der göttlichen Schriften, sondern wie das Sieb den Wind läßt er die Ermahnung hindurchgehen. Und deßhalb sagt der Herr, daß man nicht das Heilige den Hunden geben und nicht die Perlen den Schweinen vorwerfen solle.1 Denn der gute Mensch, sagt er, bringt aus den guten Schätzen Gutes hervor, und der böse Mensch bringt das Böse hervor.2 Denn der freie Wille bewegt sich, wohin er nur will, entweder zum Guten oder zum Bösen. Und deßhalb sagt der Apostel: "Von dem gottlosen Manne sage dich nach drei Ermahnungen los."3 Und David erlaubt nicht, zu erzählen die Gesetze dem Sünder, welcher haßte die Ermahnungen und hinwegwarf das Recht, das von Gott gesetzt worden. Er tadelt sehr strenge Diejenigen, welche das Gesetz verkünden und es nicht thun, und es hören und es verachten. Denn alle Schriften sind zur Ermahnung und zum Tadel Derer, welche predigen die Erlösung. Gleichwie die Sieger in hartem Kampfe nicht wenig sich freuen, so ist noch mehr für die Geister eine Freude der Sieg des Kampfes.

Auch die Reichen und die Armen haben den freien Willen zum Guten und zum Bösen. Denn der Arme ist voll mit Ruhm bereichert, der mit Sündenlosigkeit und mit allen [S. 128] Tugenden ausgestattet ist. Ebenso auch die Reichen und die Unbefleckten und Makellosen, welche die Leidenden erfüllen; denn die Sündenlosen reinigt die Armuth wie der Schmelzofen das Gold vom Schmutze und erhebt sie zur Ehre des Ruhmes Gottes durch den Reichthum des Himmels. Ebenso bereichert die Geduld und Enthaltsamkeit Die, welche die Armuth haben, ohne zu klagen. Ebenso erben auch die Reichen, welche mit Mitleid die Dürftigen besorgen und pflegen, die Unsterblichkeit und den Ruhm und die Ehre, welche unvergänglich ist. Aber wenn Jemand die Armuth mit Ungerechtigkeit hat und viele Laster verübt, Ehebruch, Diebstahl, Bosheit, Lüge und alle schlechten Werke, so wird er Strafen erhalten auf der Erde und dort die unauflöslichen Strafen. Und über die Reichen, welche den Dürftigen die Bedürfnisse vorenthalten und in Völlerei und Trunkenheit leben, wird kommen, sagt der Herr, der Tod zur Stunde, da sie es nicht wissen, und wird sie mitten aus dem Leben herausreißen und wird ihren Antheil setzen mit den Ungetreuen im unauslöschlichen Feuer der Hölle;4 denn sie waren zügellos und den von Gott gegebenen Reichthum haben sie nicht gerecht vertheilt an die Armen. Denn für Beide ist das Recht gemäß den Werken der Guten und der Ungerechten vom Richter.

1: Mt 7,6.
2: Mt 12,35.
3: Tit 3,10.
4: Lk 12,45.46.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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