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Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron
Der erste Tag. Erste und zweite Homilie (Gen 1,1-5)

IV. Kapitel. "Im Anfang" (Gen 1,1): Der Schöpfungsanfang ein Schöpfungsfrühling, die Osterzeit. Christus, der mystische Anfang. Anfang gleichbedeutend mit Inbegriff.

12.

Daß es nun einen (Welt-) Anfang gibt, lehrt der, welcher spricht: „Im Anfang hat Gott Himmel und Erde geschaffen“. „Anfang“ kann entweder auf die Zeit oder auf die Zahl oder auf das Fundament bezogen werden, wie bei einem Hausbau das Fundament den Anfang bildet1. Daß man auch von dem Anfang einer Bekehrung, einer Entartung reden kann, wissen wir auf Grund der Schrift. Desgleichen hat die Kunst ihren Anfang gerade im Können, von dem in der Folgezeit das Schaffen der verschiedenen Künstler seinen Ausgang nahm. Es haben ebenso die guten Werke ihren [S. 17] Anfang, (nämlich) den guten Endzweck. So besteht der Anfang der Barmherzigkeit darin, es möchte dein Tun Gott gefallen: der stärkste Beweggrund zur Hifeleistung an die Menschen. Es gibt übrigens auch eine Eigenschaft Gottes, die man so bezeichnet. ― Eine Zeitbeziehung liegt vor, wenn man ausdrücken wollte, in welchem Zeitpunkte Gott den Himmel und die Erde geschaffen hat, d. i. im Augenblicke der Weltentstehung, als sie zu werden anfing. So spricht die Weisheit: „Als er bereitete den Himmel, war ich mit ihm“2. ― Falls wir aber die Beziehung auf die Zahl machen wollten, würde man’s am besten so verstehen: Zuerst hat er den Himmel und die Erde geschaffen3, sodann die Anhöhen, das Gelände, die bewohnbaren Gegenden; oder so: Vor allen anderen sichtbaren Geschöpfen, vor dem Tage, der Nacht, den Fruchtbäumen, den verschiedenen Tierarten, hat er den Himmel und die Erde geschaffen. ― Macht man aber die Beziehung auf das Fundament, so beruht, wie du gelesen, der Erde Anfang in einer Grundfeste; denn so spricht die Weisheit: „Als er schuf die starken Grundfesten der Erde, war ich ordnend bei ihm“4. ― Auch eine tüchtige Schulung hat ihren Anfang. Darauf bezieht sich das bekannte Wort: „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn“5. Wer nämlich den Herrn fürchtet, meidet die Sünde und lenkt seine Wege nach der Tugend Pfad; wer Gott nicht fürchtet, vermag ja der Sünde nicht zu entsagen.

1: Zum Folgenden vgl. Basil., l. c. 4 sq.
2: Spr. 8, 27.
3: Ähnlich Philo, De opif. mund. 7.
4: Spr. 8, 29 f.
5: Ps. 110, 10 [Hebr. Ps. 111, 10]; Spr. 1, 7.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger