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Ephräm d. Syrer († 373) - Erklärung des Evangeliums

III.

[p. 323, 2. Abs.]

Und, daß unser Erlöser gesagt hat: "Beim Gebete bleibet1 und bittet, daß euch die Flucht nicht im Winter werde und nicht am Tage des Sabbaths",2 [das] hat er wegen der Bitterkeit3 des offenbar werdenden Feindes4 gesagt, der über die Erde5 kommen wird. Und es halten Sabbath Himmel und Erde und alle Geschöpfe,6 so daß7 sein wird große Überstürzung8 und furchtbarer Lärm von Schreien, und Zittern und Beben auf der Erde, und es werden schlaff die Hände aller Menschen von dem Tumulte des furchtbaren Getöses. Deswegen sagt er: "Beim Gebete bleibet, daß euch die Flucht nicht im Winter werde und nicht am Tage des Sabbaths." Es sind nämlich über sie [die Erde] gekommen, angelangt Winter [S. 86] und Sabbathstag. Und es ließ Gott Jerusalem Sabbath haben, und er schaffte seine Sabbathe9 ab und sein Gesetz und die Rechte seiner schlechten Einwohner am Ende der Vollendung der Tage seiner Kreuzigung.10 Und es wurde eine große Überstürzung11 und furchtbarer Lärm des Getöses, Angst und Schrecken über jenem Lande.12 Und es wurden schlaff die Hände der Jünger13 aus fürchterlicher Angst, und es wurde finster die Sonne. Deswegen sagt er: "Bleibt beim Gebete, daß ihr würdig werdet, zu entrinnen aus allem jenem, was sein wird".14 Wie auch in seinen Tagen, als ihn die Juden ans Kreuz schlugen, ein furchtbares Getöse von Lärm entstand, Angst und Furcht und Flucht und Zittern der Jünger wegen ihres Herrn, so auch wird, wenn uns jener Tag antrifft, über uns große Bedrängnis15 kommen und furchtbares Stimmengetöse und Furcht und Schrecken, Aufregung16 und Verfolgung, Kummer und Mutlosigkeit wegen unseres Herrn. Und wie es für jene außerdem [der Fall] war, daß der Anbruch des Morgens ihnen nahe war wegen der Verheißung der Freude17 ihres Herrn,18 so auch ist uns, wenn wir zu jenem Tage gelangen, der Anbruch des Morgens nahe in der Verheißung19 und Freude unseres Herrn, wie auch unser Erlöser gesagt hat: "Wegen der Auserwählten werden abgekürzt werden jene Tage".20

1: steht.
2: Mt 24,20.
3: Härte.
4: Oder: wegen der offenbar werdenden Bitterkeit des Feindes.
5: das Land.
6: Vgl. Aphraates 572, 16. Unser Autor faßt Sahbath als den Tag auf, dem der ewige Sonntag folgt und an dem Himmel und Erde und alles zur Ruhe kommt, d. i. wie das folgende zeigt, aufhört. Die Exegese der Stelle beruht also auf dem Wortspiel von (xxx) und (xxx). Vgl. auch Ephräms Kommentar zu Tatians Diatessaron (Moes. 214 f.): "Hiems enim quies est omnis laboris unius anni, et sabbatum quies Septem dierum, id est, quies in die adventus eius, ut in alio loco dicitur: Hucusque stat sabbatum Dei (Hebr 4,9), quia sabbatum finis est operum".
7: denn.
8: Bestürzung.
9: D.i. nach Ausweis des armen. Textes: "die Sabbathe Jerusalems.
10: Wie auch aus dem folgenden erhellt, sind unserem Verfasser gemäß in der eschatologischen Rede Jesu (Mt 24 und Parallelen) zusammengeflossen Bilder von den Ereignissen bei der Kreuzigung Jesu und von denen das Jüngsten Tages. Von der Zerstörung Jerusalems ist zunächst nicht die Rede. Vgl. Ephräm (Moes. 216): "Alii dicunt, ad solos Apostolos hacc dicta esse, ut, si feria sexta sol defecturus sit, confortarentur".
11: Bedrängnis.
12: Gegend.
13: Schüler.
14: Lk 21,36.
15: Überstürzung.
16: Aufstand.
17: = freudige Verheißung.
18: Vgl. etwa Joh 14,28 f.; 16,16 ff.; Mt 20,19; Mk 10,34; Lk 18,33.
19: Botschaft.
20: Mt 24,22.

 

 

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